Die KUK empfiehlt: „Mittelamerikas Kinder auf dem Weg in die USA: Wie eine Fluchtbewegung genutzt wird, um Migration zu kontrollieren“

AnkündigungKathrinZeiskeBarack Obama bezeichnete die Flucht von Kindern und Jugendlichen aus
Guatemala, El Salvador und Honduras als „humanitäre Katastrophe“. Doch
eine verschärfte regionale Migrationspolitik soll Minderjähriger von der
US-Grenze fern halten. Diese werden jedoch weiterhin Mittelamerika
verlassen, solange es dort keinen Perspektivwechsel gibt.

Wann: 11.11.2014 18 Uhr
Wo: Universität Kassel, Nora-Platiel-Str. 1, Raum 1311

Die KUK empfiehlt: Straßenumbenennung 4.11.2014 / 17:30Uhr

Die Opfer des rassistischen NSU-Terrors bleiben unvergessen! Einladung zur Straßenumbenennung in Gedenken an Halit Yozgat Holländische Straße Kassel. Haltestelle Halitplatz, Ecke Mombachstraße 4.11.2014 um 17.30 Uhr

Am 4. November werden bundesweit Straßen in Gedenken an Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Mehmet Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşık, Halit Yozgat und Michèle Kiesewetter sowie an die Bombenanschläge in der Kölner Probsteigasse und der Keupstraße umbenannt.
Der 4. November gilt als der Tag der Selbstenttarnung des NSU. Damit die öffentli-che Wahrnehmung nicht wieder auf den NSU und somit auf die Täter_innen gerich-tet sein wird, werden Straßen umbenannt, um Solidarität mit den mehr als 30 Ne-benkläger_innen im NSU-Prozess und den Angehörigen der Opfer zu zeigen.

Denn der 04. November stellt nicht ein Ende des NSU dar. Vielmehr steht dieser Tag für den Anfang einer bisher kaum stattgefundenen gesellschaftlichen Auseinan-dersetzung. Hätte die Selbstenttarnung nicht stattgefunden, wären die Betroffenen bis heute noch nicht von der Verdächtigung der deutschen Behörden befreit und als Opfer rassistischer
Gewalt anerkannt worden. Bis zum heutigen Tag jedoch hat in keiner Stadt ein den Wünschen der Betroffenen entsprechendes Gedenken an die verlorenen Freunde und Familienmitglieder stattgefunden. Inzwischen ist deutlich geworden, dass der Aufklärung im NSU-Prozess enge Grenzen gesetzt werden, um zentrale Fragen darin nicht zu
verhandeln: Wer gehört(e) zum NSU-Netzwerk und welche Rolle spielt der Verfassungsschutz darin? Welche institutionellen Voraussetzungen ermöglichten es dem NSU über so viele Jahre un-behelligt zu morden und Bombenanschläge zu verüben, während die Angehörigen der Mordopfer in Nürnberg, Hamburg, München, Rostock, Dortmund und Kassel so-wie die Betroffenen der Bombenanschläge in Köln, über Jahre hinweg kriminalisiert und öffentlich verdächtigt wurden?

Gedenken wir den Opfern des rassistischen Terrors!

Lasst uns die Namen der Opfer am 4. November gemeinsam sichtbar machen!

Die bundesweite Straßenumbenennung wurde vom Bündnis der Initiativen aus Köln, Kassel, Nürnberg, München, Hamburg, Rostock sowie aus Berlin initiiert.

Die KUK empfiehlt: Hurria! – Theater zu Revolution und Bewegungsfreiheit von und mit Riadh Ben Ammar

HurriaVorderseiteHurria bedeutet auf Arabisch Freiheit. Aus der Perspektive eines Harraga eines Grenzverbrenners erzählt das Stück Hurria! unterschiedliche Wege der Freiheitssuche, die mit der Revolution in Tunesien eine neue Qualität bekommen haben. Viele junge Menschen haben das Land verlassen. Tausende sind als Flüchtlinge in Lampedusa gelandet. Damals sagte der deutsche Innenminister Thomas de Maizière, dass die Menschen erkennen müssten, dass sie nach Tunesien gehören würden. Sie sollten dort bleiben und ihr Land aufbauen.

Das Theaterstück versteht sich als eine Antwort auf solche Aussagen. Es thematisiert die vielfältigen Wege der Freiheitssuche, die mit der Revolution eine neue Qualität bekommen haben. Denn neben dem Kampf gegen die Diktatur war die Revolution auch ein Kampf gegen das europäische Migrationsregime. Hurria! fragt, wie die Probleme der Nordafrikaner*innen mit der europäischen Migrationskontrolle zusammenhängen, also auch, was europäische Tourist*innen in Tunis, Frontex, Abschiebungen und religiöser Fundamentalismus miteinander zu tun haben.

Riadh Ben Ammar ist vor 15Jahren als Harraga nach Deutschland gekommen. Lange war er unfreiwillig in einem Flüchtlingslager in Mecklenburg Vorpommern untergebracht und hat anschließend mehrere Jahre in Kassel gelebt. Inzwische lebt er in Berlin und ist bei Afrique-Europe-Interact, sowie im Refugee Moovement aktiv.

27.8.2014 – 20:30 – Kulturzentrum Schlahthof, Mombachstr. 10-12 Kassel

28.8.2014 – 20:30 – ELWE, Leipzigerstr. 11/ gegenüber der Haltestelle

Eintritt frei!

Diese Veranstaltung ist eine Kooperation der Initiative Kritisches Theater Kassel mit dem Kulturzentrum Schlachthof e.V., dem Fachgebiet „Politik der Arbeitsmigration“ am FB 05 der Universität Kassel und des AstA Kassel.

Lesung und Buchvorstellung „¡RESISTENCIA! Südmexiko: Umweltzerstörung, Marginalisierung und indigener Widerstand“ am 24. Juni um 20Uhr

Resistencia PlakatIm südmexikanischen Chiapas machte vor 20 Jahren die zapatistische Bewegung als indigene Widerstandsform von sich reden und erlangte große internationale Beachtung. Jenseits des Drogenkriegs, der in den hiesigen Medien die meiste Aufmerksamkeit erhält, existieren im mexikanischen Süden weiterhin unterschiedliche Formen des Widerstands und der Selbstorganisation.

Der Soziologe Dr. Luz Kerkeling hat viele dieser Gruppen begleitet, ihre Protagonist_innen interviewt und ihnen in seinem Buch „¡RESISTENCIA!“ eine Stimme gegeben. Der Autor begreift seine Arbeit als Versuch, die Kritik, Alternativen und Projekte indigener Widerstandsgruppen aus den drei südmexikanischen Bundesstaaten Chiapas, Guerrero und Oaxaca zu beschreiben und zu analysieren. Zu diesem Zweck hat er in den letzten 10 Jahren über 100 Interviews mit Mitgliedern unterschiedlicher Organisationen geführt.

Das Fachgebiet Soziologie der Diversität der Universität Kassel, das Promotionskolleg „Global Social Policies and Governance“ sowie die Kritische Universität Kassel (KUK) laden herzlich zur Buchvorstellung ein. Am 24. Juni um 20 Uhr im Raum 0404 (Arnold-Bode-Straße 2) wird Luz Kerkeling einen Einblick in seine Arbeit geben und steht danach für Fragen zur Verfügung.

Schließung des Asylbewerber*innenheims Blankenburg/Oldenburg als Resultat des selbstorganisierten Streiks der Geflüchteten. Eine Reflexion. / The closure of the refugee camp Oldenburg/Blankenburg as a result of the self-organised refugee protest.

26.04.2014 / 6 pm / Uni Kassel – Nora-Platiel-Str. 6 – Raum 0210

Ab 1990 wurde das ehemalige Kloster Blankenburg als Asylbewerber*innenheim genutzt. Der von Isolation, Ausgrenzung und Entrechtung geprägte Alltag im Lager führte in den Jahren vor der Schließung zu einem selbstorganisierten Geflüchtetenprotest, im Rahmen dessen die Menschen aus dem Lager ihre Stimmen unter anderem für eine dezentrale Unterbringung aller Asylbewerber*innen in Blankenburg und sonstwo erhoben.

Zwei ehemalige Bewohner*innen des Lagers und Aktivist*innen der damaligen Proteste werden von ihren Erfahrungen, die sie innerhalb des Protestes gemacht haben, berichten. Sie werden die Lebensbedingungen in Blankenburg, die Anfänge des Streiks und die aktivistischen Strukturen und Prozesse thematisieren, die letztlich die Schließung des Lagers provozierten.

***

Since 1990 the former monastery of Blankenburg has been used as a refugee camp. The daily life there was characterized by social isolation, marginalisation and deprivation of rights. Therefore the

residents of the camp began to organise in order to raise their voices and to demand decentralised accommodation in the city of Blankenburg and other places.

At the event, two former residents and activists of the refugee camp will talk about their experiences in the protests. They will describe the living conditions in Blankenberg, the beginning of the strike and the organisation of the movement, which finally provoked the closure of the camp.

Weiterlesen

Kämpfe für Bewegungsfreiheit in Zeiten von Weltwirtschaftskrise, Arabischem Frühling und EU-Abschottung / Struggles for Freedom of Movement in Times of the World Economic Crisis, the Arab Spring and Fortress Europe

Bernd Kasparek (bordermonitoring.eu/ kritnet)

28.01.14 / Stadtteilzentrum Wesertor [Weserstr. 26]

Die in den Metropolen hervorgerufene Wirtschaftskrise hat die Zahl der Hungernden weltweit auf über eine Milliarde steigen lassen und der von Europa kritisch beäugte arabische Frühling bzw. dessen blutige Niederschlagung lassen tausende von Flüchtlingen entstehen. Zehntausende machen sich angesichts von Hunger, Krieg, Perspektivlosigkeit und/oder auf der Suche nach einem besseren Leben jedes Jahr auf den Weg in die Festung Europa. Tausende sterben jedes Jahr bei dem Versuch dorthin zu gelangen.

Deutschland treibt dabei den Ausbau der Festung Europa sowohl hinsichtlich der Sicherheitstechnologie als auch in Bezug auf den rechtlichen Rahmen sehr aktiv voran. Dabei achtet es immer genau darauf, dass ein Großteil der Migrant_innen nicht bis nach Deutschland, sondern maximal bis in die südeuropäischen Länder gelangen. Zugleich wirbt Deutschland in Spanien und Griechenland aktiv Arbeitskräfte an und profitiert einmal mehr von den Auswirkungen der Sparpolitik innerhalb der EU.

Was hat sich in den letzten Jahren an der EU-Abschottungspolitik, den Grenz- und Migrationsregime allgemein geändert? Wie wirkt sich die Krisensituation auf die Flüchtlinge und Migrant_innen und deren Rechte in (Süd-)europa und anderen Teilen der Welt aus? Welche sozialen Kämpfe werden derzeit rund um die Thematik geführt?

***

Due to the economic crisis, caused by the industrialized countries, the number of starving people in the world rose to more than one billion. The Arab Spring and especially the cruel reaction to it let thousands of people flee. In the face of hunger, war, lack of perspectives and/or looking for a better life, they embarked on their way towards Fortress Europe. This is a risky undertaking with thousands dying every year on the way.

Germany actively builds up Fortress Europe both in terms of security technology and concerning the legal framework. Germany always pays attention that most migrants do not reach the country, but only reach the Southern European countries. However, Germany also recruits labour migrants from Spain and Greece and is profiting once more from austerity policies within the EU.

What has changed concerning Europe’s border and migration regime in the last years? What does the economic crisis mean for refugees and migrants and their rights in (Southern) Europe and other parts of the world? What do those demand who are active in current social struggles?

Jugendliche ohne Grenzen – Kurzer Bericht zu selbst organisierten Protesten in Deutschland und an den europäischen Außengrenzen im Oktober 2013 // Youth without borders – A short report about self-organized protest in Germany and at the outer european borders in October 2013

16.01.14 / 19Uhr / KUK-Raum [Uni Kassel Nora-Platiel-Str. 6 / Raum 0213]

(english version below)

Jugendliche Ohne Grenzen ist eine selbst organisierte Initiative von Jungen Flüchtlingen, die sich in Deutschland für ein bedingungsloses Bleiberecht und gegen die diskriminierende Asylpolitik einsetzt. Im Oktober haben JoG und Welcome to Europe mit Flüchtlingsjugendlichen einer Reise nach Lesvos/Griechenland unternommen. Die Jugendlichen, die bei ihrer Ankunft in Europa zum ersten Mal auf der Insel angekommen sind, haben nach einem monatelangen Kampf mittlerweile in verschiedenen europäischen Ländern eine sichere Aufenthaltserlaubnis. Diese jungen Menschen und Aktivist_innen haben bereits 2009 beim Noborder Camp in Lesvos erfolgreiche Proteste durchgeführt. Dieses Jahr haben wir uns auf eben dieser Insel getroffen, um gegen das menschenverachtende europäische Grenzregime, gegen die Detention Centers, gegen die Frontex und Pushbacks zu protestieren. Weiterlesen

KUK unterstützt: Refugees Welcome! Kassel

Die Kritische Uni Kassel ist Mitglied in dem Bündnis ‚Refugees Welcome! Kassel‘,  eine Initiative für die Aufnahme von Geflüchteten – gegen die rassistische Hetze.

Informationen zur aktuellen Situation, Forderungen und das Selbstverständnis findet Ihr auf der Website: http://refugeeswelcomekassel.wordpress.com/

Weiterlesen