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Auch in diesem Winter kam es wieder zu Filmvorführungen der “Feuerzangenbowle”. Neben Vorführungen in verschiedenen Fachbereichen und bei der ESG (Evangelische Studierendengemeinde), wurde die Feuerzangenbowle auch wieder bei der kommerziellen “Uni-Party” gezeigt (durch das Wort “Uni” sollen Studierende geworben werden, allerdings hat diese Party nichts mit der Uni Kassel zu tun, außer dass Räume der Uni für diese Veranstaltung angemietet werden). Statt diese Vorführungen für eine kritische Auseinandersetzung mit diesem Film und dessen Kontext zu nutzen, wird tot geschwiegen, dass der Film ein Produkt des Nationalsozialismus ist. Stattdessen wird mit einem durchschnittlich hohem Alkoholspiegel in netter, lockerer, vorweihnachtlicher Stimmung gefeiert. Der Kontext, in dem dieser Film entstand, wird hierbei unbedeutend.
Wir möchten jedoch zur Auseinandersetzung auffordern! Daher wurde folgender Flyer bei Vorführungen an die Zuschauenden verteilt:
Donnerstag 8.11.2012 | 20Uhr | KUK-Raum, Nora-Platiel-Straße 6, R0213
Im November findet ein erneuter MOX-Transport vom Atomkomplex Sellafield zum nur 80km entfernten AKW Grohnde statt. Die plutoniumhaltingen Brennstäbe werden mit dem einwandigen Schrottkahn “Atlantic Osprey” über Nordham per LKWs nach Grohnde transportiert. Aus dem beförderten Material, könnten 30 Atombomben hergestellt werden und selbst e-on räumte ein, dass die MOX-Brennstäbe schwer regulierbar sind. Verschiedene Aktionsbündnisse rufen zu Protesten und Blockaden auf.
Um über die Gefahren der MOX-Transporte und die Vorbereitungen auf den TAG X zu informieren, laden wir euch herzlich zur Informationsveranstaltung ein.
Zwischen dem 22. und 26. August 1992 ereigneten sich in Rostock-Lichten-
hagen die größten rassistischen Pogrome der Nachkriegszeit. Tagelang
belagerte ein wütender Mob – mehrere tausend „ganznormaler“ Bürger_In-
nen und Neonazis – die „Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber“, wo
Asylsuchende unter menschenunwürdigen Bedingungen untergebracht
waren. Das Haus wurde unter Applaus in Brand gesteckt und verwüstet. Die
Polizei zog sich zurück. Nur mit Glück konnten sich die Bewohner_Innen
auf das Dach retten.
Zuvor wurden gewalttätige Übergriffe auf Migrant_Innen in Hoyerswer-
da (1991) und Mannheim (1992) sowie später in Mölln (1992) und Solingen
(1993) verübt. Die Taten waren Ausdruck einer rassistischen Grundstim-
mung in der Bevölkerung. Die Bundesregierung reagierte 1992 mit dem
sog. “Asylkompromiss”: die Abschaffung des individuellen Rechts auf Asyl
und der Verschlechterung der Bedingungen der hier lebenden Asylsuchen-
den.
Seit 1990 sind mindestens 182 Menschen durch diesen menschenfeindli-
chen Terror zu Tode gekommen. Aktuelle Studien zeigen ausländerfeindli-
che Einstellungen bei knapp der Hälfte der Bürger_Innen in der BRD. In
der Öffentlichkeit wird die faschistisch motivierte Mordserie der NSU als
“Dönermorde” relativiert und damit die Opfer weiter in rassistischer Weise
herabgewürdigt.
Wir möchten mit der Vorführung des Films an die Opfer rassistischer
Gewalt erinnern.
Organisiert von: spunk, ak raccoons, AG*Gegen Rassismus – Für
Flüchtende*, KUK, AStA Kassel

Mittwoch 15.08.12 | 19:00 Uhr | KUK-Raum | Nora-Platiel-Straße 6, R0213
Nach der klassischen Philosophie insbesondere bei Schiller und Hegel dient die Kunst dem Zweck, die Barbarei zu mildern und zu einer Verbesserung der Verhältnisse beizutragen. Hintergrund dieser Annahme bildet die Vorstellung von einer symbiotischen Beziehung des Guten mit dem Schönen. Der damit verbundene Anspruch ist idealistisch, utopisch und ideologisch zugleich.
Kunst gewinnt, dies steht jedoch fest, in der (Post-)Moderne eine breite gesellschaftliche Relevanz und wird zu einem wichtigen Motor der Gesellschaftskritik. Im Nationalsozialismus, den auch verschiedene Kunstwerke auf der DOCUMENTA thematisieren, wurden bestimmte Kunstformen zerstört, insbesondere Kunstwerke und Literatur, die als „abstrakt“, „entartet“ und „undeutsch“ galten. An ihre Stelle ist zu dieser Zeit eine „Ästhetisierung des Politischen“ (Benjamin) getreten, die der Kunst ihre Autonomie nimmt. Doch diese Autonomie steht heute selbst wieder auf dem Prüfstand, ist Kunst doch ein unverzichtbarer Bestandteil von Vermarktungsprozesse, gegen die sie sich kaum noch zu wenden vermag.
Der Vortrag stellt einen Versuch dar, in mehreren Fragmenten den Ursachen und Folgen der verschiedenen Beziehungen von Kunst und Barbarei in den Etappen der Geschichte nachzugehen und mögliche emanzipatorische Perspektiven aufzuzeigen.
13.-15. Juli 2012, Universität Kassel
Im Sommer 2011 stellte Dänemark an der Grenze zu Deutschland medienwirksam erneut Grenzhäuschen auf. Dieser Bruch des Schengenabkommens, welches die Grundlage der Abschaffung allgemeiner Personenkontrollen zwischen Mitgliedsstaaten der EU bzw. des Schengenraumes vorsieht, wurde von der dänischen Regierung als Sicherheitsmaßnahme gegen grenzüberschreitende Solidarität verkauft.
Im Mai 2012 kündigte der Rat der Europäischen Union an, dass zwischen Griechenland und den anderen europäischen Ländern Grenzkontrollen wieder aufgenommen werden, falls Griechenland in Folge der Eurokrise die Migrationskontrollen an der EU-Außengrenze nicht mehr wie vorgesehen sichern kann. Somit soll verhindert werden, dass Migrant_innen aus Afghanistan, Pakistan und anderswo undokumentiert in die EU gelangen.
Diese beiden Reaktionen stellen im globalen Vergleich keineswegs eine Ausnahme dar. Politische Akteure nutzen ökonomische Krisen regelmäßig, um den Grad der Öffnung von Grenzen in Frage zu stellen. In den letzten Jahren zeichnet sich vielerorts auf der Welt eine Verschärfung von Grenzkontrollen ab. Die oben genannten Beispiele von „Grenzverschiebungen“ im gemeinsamen europäischen Grenzregime weisen zudem auf die soziale Konstruiertheit von Grenzen hin. Diese Entwicklungen sind Gegenstand einer internationalen Konferenz von Aktivist_innen, Künstler_innen und Wissenschaftler_innen. Die Konferenz des „Netzwerkes für kritische Migrations und Grenzregimeforschung“ (kurz: kritnet) findet vom 13.-15. Juli an der Universität Kassel statt. Ein Augenmerk liegt dabei auch auf der Frage von Rassismus und Grenzen.
Den Auftakt bildet am Freitagabend eine öffentliche Podiumsdiskussion mit Berichten von Veränderungen an Grenzverläufen und dem Zusammenhang von Krisen und Migration in Zentralamerika (José Luis Rocha), Israel (Yonatan Berman), der Türkei (Begum Özdem Firat) und Griechenland (Olga Lafazani).
Samstagvormittag wird in einem ebenfalls öffentlichen Panel der Anthropologe Ibán Trapaga aus Mexiko von den Stigmatisierungen und Grenzerfahrungen ehemaliger Gangmitglieder berichten. Die US-amerikanische Soziologin Robyn Rodriguez spricht zu den Folgen der verlagerten Zuständigkeiten von lokalen und bundesweiten Polizeieinheiten in Einwanderungsfragen. Gerda Heck hat die Etappen der Migration von Subsahara-Afrika über Marokko nach Spanien beobachtet.
In einem Panel zu „Activist Citizenship and Struggles of Migration“ diskutieren Samstagnachmittag Nicholas De Genova, Vicky Squire und Kim Rygiel neue Konzepte von Zugehörigkeit/ citizenship und Migration. Parellel dazu befassen sich international tätige Kunstproduzent_innen und Filmtheoretiker_innen in einem weiteren Panel mit der zentralen Thematik der Repräsentation von Migration. Sie analysieren nicht nur kritisch die dominanten Bilder von überfüllten Booten oder verschleierter Frau, sondern stellen ihre eigenen Kunst- und Filmproduktionen zur Diskussion.
Samstagabend zeigen verschiedene Künstler_innen im Kulturzentrum karoshi ihre Arbeiten rund um die Themen Migration und Grenzen. Am Sonntagvormittag werden schließlich in mehreren Workshops Bedingungen und Strategien einer kritischen Wissens- und Kulturproduktion diskutiert.
Veranstaltet wird die 8. internationale Konferenz des „Netzwerks für kritische Migrations- und Grenzregimeforschung“ vom Kasseler Fachgebiet „Politik der Arbeitsmigration“ (Prof. Dr. Helen Schwenken, FB05) gemeinsam mit Prof. Dr. Sabine Hess vom Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie an der Georg-August-Universität Göttingen.
Kritnet hat sich 2008 mit dem Ziel gegründet, eine Wissensproduktion zu Migration und Grenzpolitiken am Schnittpunkt von Universität und außer-universitärer Praxis zu fördern. Mittlerweile sind dem Netzwerk über 200 Wissenschaftler_innen, Künstler_innen und Aktivist_innen beigetreten. Das Netzwerk hat u.a. mit breit publizierten Stellungnahmen zu Sarrazins Thesen und der europäischen Grenzschutzagentur „Frontex“ einen gewissen Wirkungsradius über akademische Kreise hinaus erzielt. Mehr Infos unter: http://kritnet.org/
Folgende Veranstaltungen sind öffentlich zugänglich und kostenfrei:
Freitag, 13.07.2012
19 – 21:30 Uhr, Kulturzentrum K19 (Moritzstr. 19)
Öffentliches Podiumsgespräch „Internationalisierung des Grenzregimes – Transnationalisierung der Kämpfe der Migration“/ Public Panel Discussion “The internationalization of the border regime – The transnationalization of migration struggles”
Moderation: Gerda Heck, Sabine Hess
Auf dem Podium:
José Luis Rocha (Servicio Jesuita de Apoyo al Migrante, Universidad Centroamericana, Nicaragua)
Yonatan Berman ( Hotline for Migrant Solidarity, Israel)
Begum Ozden Firat (Migrant Solidarity Group, Istanbul)
Olga Laf (diktio, Network of Social Support to Migrants and Refugees, Athens)
Samstag, 14.07.2012
10 – 12:30 Uhr, Aquarium (Arnold Bode-Str. 2-6)
Morning Panel “The racism of border regimes” / Morgen Panel „Rassismus und Grenzregime“
Moderation: Stefanie Kron und Helen Schwenken
Auf dem Podium:
Robyn Magalit Rodriguez (Rutgers University and University of California Davies/USA)
Mogniss Abdallah (Paris)
Ibán Trapaga (Universidad Autónoma Metropolitana-Iztapalapa/Mexico)
Die beiden Panel-Diskussionen werden auf Englisch stattfinden. Bei Bedarf können Flüsterübersetzungen auf Deutsch bzw. Spanisch erfolgen.
20 Uhr, Karoshi (Gießbergstr. 41-47)
Samstagabend werden im Karoshi Kurzfilme gezeigt und teilweise mit den Filmemacher_innen diskutiert. Das Filmprogramm enthält Beiträge zu Grenzspringern, inszenierten Grenzen, Kunst & Migration in Mali, Papierfliegern und flexiblen Nationalflaggen (kuratiert von Raúl Gschrey)
Mehr Informationen zum ganzen Programm und die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es unter: http://kritnet.org/symposium-2012/
Nach der Verabschiedung des neuen Hochschulgesetzes durch eine ganz große Koalition aus regierenden Sozialdemokraten (Pasok), der konservativen Nea Dimokratia (ND), der christlich-reaktionären LAOS, und einer rechts-liberalen Abspaltung der ND, breiten sich die Universitätsbesetzungen sprunghaft über ganz Griechenland aus.
Uns erreichte anonym folgender Text zur Situation um den Lucius-Burckhardt-Platz, den wir an dieser Stelle veröffentlichen:
Eklat beim Universitätsausbau in Kassel
Der Lucius-Burckhardt-Platz soll einer Baulogistikfläche (während der Bauphase) und einer Verkehrsfläche (nach der Bauerweiterung) weichen, Betroffene werden nicht in die Bauplanung involviert
In den nächsten (geplanten) fünf bis acht Jahren – schon der Baustart ist verspätet – wird die Universität Kassel, aufgrund von massiver Raumnot und Zusammenlegung der Standorte, ausgebaut. Dies scheint zunächst positiv. Diesen Beitrag weiterlesen »
Aus aktuellem Anlass erklärt die KUK ihre Solidarität mit der Whistleblower-Plattform Wikileaks. Eines der Ziele der KUK ist der freie Zugang zu Bildung. Dafür bildet die Pressefreiheit und der freie Zugang zu Informationen eine entscheidende Grundlage zu der Wikileaks einen wichtigen Beitrag leistet und verurteilen deshalb alle stattlichen und privatwirtschaftlichen Repressionen gegen Wikileaks aufs schärfte.




