Archiv für die Kategorie „Plenum & Allgemeine Infos“
Die KUK darf seit dem 12. Juli 2010 keine Räume mehr für Veranstaltungen an der Uni Kassel reservieren, AUßER wenn wir die jeweilige Veranstaltung beim Kanzler Robert Kuhn vorstellen. Die Kontrolle und Zensur durch eine Person halten wir für höchst fragwürdig! “Ob dies im Sinne einer freien, kritischen Wissenschaft und Bildung ist, ist zu bezweifeln” (Zitat aus unserer PM).
Hier ist außerdem ein Artikel, den wir auf Indymedia gefunden haben, der auf die Raumreservierungs-Situation der KUK aufmerksam macht. Er berichtet ausführlich über die Geschehnisse:
Dienstagmorgen (18.05.2010) wurde in Wiesbaden der Hessische Hochschulpakt von den Präsident*innen aller Hessischen Hochschulen unterzeichnet. Der Pakt sieht Einschnitte in der Höhe von 79 Mio € für Schulen und Hochschulen vor und stellt damit einen massiven Angriff auf freie Bildung dar (Hier aktuelle Berichte des Hessischen Rundfunks und der Frankfurter Rundschau).
Die Hochschulen hielten ihre Kritik in einer gemeinsamen Protesnotiz fest. Sie waren von der Landesregierung quasi zur Unterschrift genötigt worden. So ließ Bildungsministerin Eva Kühne-Hörmann Ende April in einem Interview verlauten: “Wer ihn nicht unterschreibt, für den gibt es bei der Höhe der Landesmittel in den nächsten Jahren auch keine Grenze nach unten.”
Indes betonte die Präsidentin der Universität Marburg Katharina Krause, Sie halte auch nach Ihrer Unterschrift an der Kritik des Hochschulpakts fest. Anders der Präsident der Uni Kassel, der bereits versöhnliche Töne für den Hochschulpakt findet.
zum Hessischen Hochschulpakt, den von der Langesregierung geplanten Kürzungen für hessische Schulen und Hochschulen sowie der Demo in Wiesbaden am 11.05.
Mittwoch, 05.05.2010, 16 Uhr auf dem Bib-Vorplatz
Kommen und weitersagen!
Wir haben erste Rückmeldungen bekommen. Einige ausgewählte Beiträge dokumentieren wir an dieser Stelle. Wir danken allen AktivistInnen und SympatisantInnen für ihre praktische Solidarität und freuen uns über weitere Unterstützung. Bitte lasst uns eine Kopie/Weiterleitung zukommen. Einen Brief, der einfach nur abgeschickt oder als Vorlage bentutzt werden kann findet ihr im “Freiraum bedroht”-Artikel. Gemeinsam für eine freie und emanzipatorische Bildung!
Verehrter Herr Postlep,
ich habe heute Morgen im Radio eine Meldung vernommen, die ich für
sehr bedauernswert halte. Dort wurde auf Studenten ihrer Universität
aufmerksam gemacht, die von Ihnen aus ihren Räumlichkeiten gedrängt
wurden.
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Die seit dem Bildungsstreik im Juni 2009 bestehende Initiative Kritische Uni Kassel (KUK) muss wieder um ihren Raum kämpfen. Der sogenannte KUK-Raum liegt zentral auf dem Campus der Universität Kassel am Holländischen Platz und gilt spätestens seit der permanenten Aneignung im Dezember 2009 als Freiraum für Studierende und sonstige Interessierte, die dem verkürzten (Un)Bildungsverständnis an der Hochschule widersprechen wollen und Alternativen praktizieren möchten. Die KUK versteht sich als offene Plattform für diejenigen, die gemeinsam im Prozess ein emanzipatorisches Bildungsverständnis aufbauen wollen und dabei den gesamtgesellschaftlichen Kontext als unverzichtbar ansehen.
Kritik an CHE
Wie viele von euch vielleicht bereits gelesen haben, erreichte die AktivistInnen des bundesweiten Bildungsstreiks vor kurzem ein Angebot von der CHE-Consult GmbH (09.03.2010).
Über dieses Angebot waren wir aus Kassel sehr verwundert – um nicht zu sagen entsetzt. Warum wir dieses Angebot strikt ablehnen und CHE im Allgemeinen kritisieren, möchten wir im Folgenden darstellen. Ziel unseres Kritikschreibens ist über diesen neoliberalen Angriff und den Instrumentalisierungsversuch der Studierenden von einer Stiftung, die fern ab von unserem Selbstverständnis des Bildungsstreiks verortet ist und aktiv gegen unsere Forderungen arbeiten, aufzuklären.
Ähnlich wie in Kassel haben auch die Studierenden in Frankfurt eine eigene Uni gegründet. Die Idee kritische, freie und emanzipatorische Universitäten zugründen findet unter den Studierenden immer mehr Zustimmung. Dies unterstreicht den Bedarf an alternativen Bildungsangeboten. “Uni selber machen” heißt die Devise. Der aus dem konservativen Milieu stammende Vorworf, die Studierenden würden nur meckern und keine eigenen Verbesserungsvorschläge machen ist faktisch nicht haltbar, sondern der Versuch der Politik sich nicht mit den krtitischen Forderungen der Studierenden auseinanderzusetzten. Dieser fortwährende Prozess zeigt, dass Studierende in der Lage sind eigenverantwortlich Vorträge und Veranstaltungen zu organisieren.
Die NWU besteht bereits seit dem 30.11.09. Norbert Wollheim war ein überlebender Zwangsarbeiter der IG Farben im KZ Buna-Monowitz.
Wer mehr über die NWU wissen möchte schaut am besten nach unter: http://norbertwollheimuniversitaet.blogsport.de/
Ein Crash-Kurs soll allen Interessierten die Handhabung des KUK-Blogs nahebringen. Ihr werdet alles anschaulich per Beamer verfolgen können.
Folgende Themen halte ich für sinnvoll (ad hoc Erweiterung möglich):
- Menüstruktur erklären
- Artikel schreiben
- Dateien hochladen und wiederfinden
- Verlinkungen einstellen
- Veranstaltungskalender bedienen
Alle Infos auf einem Blick:
Crash-Kurs: Wie funktioniert die KUK-Seite?
Referent: Chris
Datum und Uhrzeit: 08.01.2010 ab 16:00 Uhr (dauert je nach Bedarf)
Ort/ Raum: Nora-Platiel-Str. 6 / Raum 0213 (KUK-Raum)
Folgende Gedanken möchten wir noch ins Plenum tragen und zur Diskussion stellen, weil wir am Abend nicht anwesend sein können.
Solidarische Grüße
von frei assozierten Mitgliedern der KUK
Der Bildungsstreik an der Uni Kassel ist nun seit etwa zwei Tagen im Gange. Die Vielfalt der TeilnehmerInnen hat sich im Vergleich zu den Protesten im vergangenen Sommer merklich erweitert. Auch wenn es in der Studierendenschaft immer noch viele skeptische Stimmen und auch klare GegnerInnen gibt, interessieren sich grundsätzlich viel mehr Studierende für die Problematiken in unserem Bildungssystem. Es ist sehr erfreulich, dass wir nochmal in die Situation gekommen sind, die Studierenden auf diese Art zusammenzubringen, aber es ist nicht selbstverständlich. Viele Studierende hier, in Deutschland und darüber hinaus haben dafür gekämpft, die Öffentlichkeit für unser Thema wach zu rütteln. Viele werden gemerkt haben, dass das ganz schön Kraft kosten kann und das sollte uns den Wert schätzen lassen, den diese Bewegung für jetzt und wohl auch für die Zukunft haben wird.
Und genau dieser Zustand ist wohl nicht ohne noch größere Anstrengungen zu wiederholen. Wir sollten ihn also pflegen und uns über die Chancen einer breiten, standortübergreifenden Bewegung bewusst werden, damit wir unsere Energien auch in die Inhalte bringen können. Was ist damit gemeint? Das Plenum hat am gestrigen Abend ausführlich über die ersten Forderungsentwürfe debattiert und dabei immer wieder festgestellt, dass wir auch Grundsätzliches diskutieren müssen, wenn uns die Worte nicht im Mund umgedreht werden sollen. Am heutigen Tage wurden wir immer wieder mit den Forderungen konfrontiert und so auch in die Enge getrieben. Teilweise tappten wir in die Rechtfertigungsfalle, weil wir bisher kaum Gelegenheiten hatten, all die Verständnisprobleme und Zusammenhänge für uns als Studierende zu klären und zu verstehen.
Nach der Demo am heutigen Nachmittag sah das Protestplenum sich plötzlich dazu gezwungen, das Antwortschreiben des Präsidiums abzuarbeiten. Die Verunsicherung über die Forderungen war sofort zu spüren, denn ein sich andeutender Widerspruch, trat plötzlich zu Tage. Es wurde eine Differenzierung der Forderungen nötig, die berücksichtigt, was wir tatsächlich vom Präsidium verlangen können – weil es in seinen tatsächlichen Handlungsspielraum fällt – und was viel weiter greift und eine breite politische Öffentlichkeit herausfordert umzudenken, damit sich etwas ändert. Die Forderungen ans Präsidium sollen damit nicht als nichtig hingestellt werden, aber sie sollen die grundsätzliche Debatte eben nicht überlagern. Denn genau das tun im Moment schon die meisten Medien, in dem sie nur griffige Schlagzeilen verkünden. Ebenso die “führende” Politik, diese nimmt einfach verwertbare Forderungen auf, um ihre Handlungsfähigkeit zu unterstreichen und schnelle öffentlichkeitswirksame Maßnahmen einzuleiten, im Zweifel Verantwortung konzeptlos einfach von sich zu weisen. Wir tun uns wohl keinen Gefallen, diese Kurzschlusspolitik als Ziel unserer Anstrengungen zu begreifen. Wir dürfen uns in unserer eigenen Diskussion nicht unter Druck setzen lassen, weil andere den Bildungsstreik schnell über die Bühne bringen wollen. Auf Grund täglicher Wasserstandsmeldungen kaufen wir Gefahr unsere Diskussionen durch eine euphorische, aber kurzsichtige Massenhysterie gegen die Wand zu fahren bzw. von denen fahren zu lassen.
In der “Realpolitik” ist häufig zu beobachten, dass öffentlicher Unmut ad hoc aufgenommen wird, um in politischen Entscheidungen zu münden, die die Probleme lediglich verschieben. Lasst uns diese Handlungsweise nicht übernehmen, sondern die Wurzeln behandeln.
Es ist wahrzunehmen, dass wir uns als Studierende die Zeit nehmen müssen, zu begreifen, wovon wir sprechen und welche Konsequenzen wir daraus in der Formulierung der Forderungen ziehen müssen. Dann kann unsere Bewegung auch eine Diskussion anregen, der sich Verantwortungsträger nicht durch Lippenbekenntnisse oder kurzatmige Zugeständnisse entziehen können.
Pressemitteilungen, die uns letztlich unter Druck setzen, weil sie sich bloß in den allgemeinen Tenor einreihen, ohne die Ursachen zu ergründen, helfen uns nicht. Lasst uns die Zeit fordern, die wir für unsere gemeinsame (Bewußtseins)Bildung benötigen. Denn das ist der erste notwendige Schritt, den wir gehen müssen. Nur dann werden wir auch auf Augenhöhe diskutieren und nachhaltig etwas bewirken können!
“Liebe Studentinnen und Studenten in Deutschland,
in Österreich sind die Unis besetzt. Wir sehen die Notwendigkeit, euch persönlich darüber zu informieren, was hier im Moment passiert, da in den Medien nicht vermittelt wurde, dass diese Proteste etwas Neues, nie Dagewesenes sind. Dieser Protest wurde in einer völlig spontanen Solidarisierungs-Demonstration begründet, keine Studierendenvertretung oder Partei hat diese organisiert, rein aus dem Bewusstwerden der Bildungsproblematik heraus ist er entstanden und gewachsen. Diesen reinen Kern, diesen Motor, spüren wir hinter Allem, was hier geschieht. Die Studierenden aller Studienrichtungen haben sich spontan – ohne übergeordnete Organisation – zusammengefunden, um gegen die Studienbedingungen zu protestieren.
Das Ausmaß dieser Aktion ist der Beweis dafür, dass es sich um zentrale Anliegen handelt, die alle europäischen Studierenden persönlich betreffen. Wir protestieren, anders als es die Medien darstellen, zwar auch gegen die Entscheidungen der österreichischen Regierung, aber vor allem sind wir grundsätzlich mit europaweiten Tendenzen wie der Ökonomisierung der Bildung und der Entdemokratisierung der Bildungsinstitute nicht einverstanden. Dies sind länderübergreifende Probleme, an deren Lösung wir als Studierende nur dann beteiligt sein werden, wenn auch europaweit protestiert wird.
Der Wille zur Selbstbestimmung der Studierenden und der Lehrenden ist ein zentrales Element dieser Bewegung in Österreich. Deshalb wurden Hörsaäle besetzt, in denen nun lebendige und konstruktive Diskussionen stattfinden, an denen sich alle Studierenden jederzeit beteiligen können. Es ist wichtig, dass nicht nur protestiert wird, sondern dass Diskussionsräume jenseits öffentlicher Institutionen und etablierter Plattformen geschaffen werden. In Österreich ist das bundesländerübergreifend bereits passiert. Die Diskussionen und Proteste hier werden anhalten und die Studierenden in Österreich warten auf ihre deutschen KommilitonInnen, um gemeinsame Probleme offenlegen zu können.
Am 05. November findet ein internationaler Protestag statt, als Warm-Up für eine Protestwoche unter dem Motto “Education is not for Sale”. Die Studierenden und SchülerInnen in Österreich unterstützen diesen Tag mit einer Großdemonstration. Wir unterstützen jede/jeden einzelnen Studierenden, in Deutschland, in Europa und darüber hinaus, der mit seinem Bildungsystem unzufrieden ist.
Plenum des besetzten Audimax Wien.”
http://unsereuni.at/
http://www.emancipating-education-for-all.org/
Quelle: http://www.bildungsstreik.net/
