„Safety at sea for refugees – Das Alarm Phone und der ungehorsame Blick auf das Mittelmeer“

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In diesem Jahr haben sich so viele Menschen wie nie zuvor auf die lebensgefährliche Reise über das Mittelmeer begeben. Sie fliehen aus dem Bürgerkrieg in Syrien oder der Militärdiktatur in Eritrea und suchen Zuflucht in Europa. Die Europäische Union setzt trotzdem weiterhin auf Abschreckung und Abschottung, mit tödlichen Schiffsunglücken als Folge. Das Alarm Phone ist ein Notruftelefon für Menschen, die beim Versuch das Mittelmeer zu überqueren, in Seenot geraten. Aktivist*innen auf beiden Seiten des Mittelmeers betreiben das Alarmtelefon und setzen sich für die Öffnung legaler und sicherer Wege nach Europa ein, um das Sterben im Mittelmeer zu beenden. An diesem Abend wird die Arbeit der Alarmtelefon Initiative vorgestellt. Dabei soll insbesondere die Frage im Mittelpunkt stehen, welche Möglichkeiten und Herausforderungen sich durch den Einsatz digitaler Technologien für transnationale Bewegungen wie dem Alarmtelefon Netzwerk ergeben. Im Anschluss wird über kritische Wissensproduktion, die Notwendigkeit eines ungehorsamen Blicks auf das Mittelmeer, sowie die Gefahr der Komplizenschaft diskutiert werden.

Sophie Hinger ist Mitglied der Alarmtelefon Initiative und aktiv bei borderline-europe. Sie promoviert am Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) in Osnabrück und ist derzeit als Marie Curie INTEGRIM fellow an der University of Sussex in England.

Weitere Informationen:
https://www.facebook.com/events/1510170582627129/

Veranstaltung am 02.12., 18Uhr, Universität Kassel in der NP 5, Raum 0109/0110

Pressemitteilung der Gruppe „Change Ihringshausen!“: Landkreis Kassel verwehrt Geflüchteten ihr Recht auf angemessenen Wohnraum

Wenn Geflüchtete aus einer Sammelunterkunft ausziehen wollen, sollten sie dafür die nötige Unterstützung bekommen. Trotz vollmundiger Versprechen ist die politische Linie aber ganz offensichtlich eine andere, kritisieren die Betroffenen gemeinsam mit UnterstützerInnen der Gruppe Change Ihringshausen.

Vom sprichwörtlichen „Dornröschenschloss“ ist auf der Homepage des Landkreises Kassel die Rede, gemeint ist die neue Sammelunterkunft für Geflüchtete in der ehemaligen Fritz-Erler-Kaserne bei Fuldatal-Rothwesten, zu der Vizelandrätin Susanne Selbert am 27. Mai den Schlüssel in Empfang nahm. Der Landkreis will hier in Zukunft 75 Menschen unterbringen und ihnen die Möglichkeit geben, sich „in ihrer neuen Heimat erst einmal zu orientieren“. Alles wie im Märchen? Mitnichten: Während der Landkreis versucht, sich mit seinem Einsatz für die Geflüchteten zu brüsten, verwehrt er ihnen gleichzeitig eine angemessene Unterbringung.

Ausgangspunkt für die Neueröffnung der Sammelunterkunft in der ehemaligen Militärkaserne ist die am 15.01.2015 in der Hessischen Rundschau angekündigte Schließung der heruntergekommenen Sammelunterkunft in Fuldatal-Ihringshausen. Den menschenunwürdigen Zuständen in der baufälligen Unterkunft sollte damit ein Ende gesetzt werden. Doch löst die geplante Nachfolgeunterkunft die grundsätzlichen Probleme dieser Unterbringung nicht. Im Gegenteil, ist doch die Fritz-Erler-Kaserne noch isolierter gelegen. Die Geflüchteten werden fern ab von der städtischen Infrastruktur buchstäblich mitten in den Wald geschickt. Statt mit einem Kurswechsel in der Unterbringungspolitik weg von Sammelunterkünften und hin zur dezentralen Unterbringung in Wohnungen, den Menschen würdige Wohnverhältnisse zu ermöglichen, werden die alten Fehler der Massenunterbringung wiederholt.

Diese politische Praxis widerspricht den öffentlichen Äußerungen von Vizelandrätin Selbert, sich verstärkt um die Wohnungsunterbringung von Geflüchteten zu bemühen. Es sei ihr sogar ein großes Anliegen, dass die BewohnerInnen auszögen und sie schenke jedem, der dies täte einen Blumenstrauß. Blumensträuße gab es noch keine, denn ein Auszug ist den meisten der Geflüchteten nicht möglich. Die Gründe hierfür sind vielschichtig. Seit dem 23. April liegt dem Landkreis eine von Change Ihringshausen erstellte Liste mit Personen vor, die aus der Unterkunft in Fuldatal-Ihringshausen ausziehen und in Wohnungen ziehen wollen. Change Ihringshausen sind seitdem keine Fälle bekannt, in denen Geflüchteten Wohnungen angeboten oder Unterstützung in der Wohnungssuche gewährleistet wurde. Zuständig für die zugesicherte Bearbeitung der Liste ist die Auszugsmanagerin, die seit knapp einem Jahr für den Landkreis tätig ist. Die kann allerdings nur aktiv werden, wenn die Geflüchteten die nötigen Voraussetzungen erfüllen: Sie müssen mit hoher Wahrscheinlichkeit einen positiven Asylbescheid bekommen – und das trifft aufgrund der restriktiven deutschen Asylpolitik nur auf einen kleinen Teil der Geflüchteten zu. In Absprache mit der Ausländerbehörde entscheidet der Landkreis somit vor Ablauf des Asylverfahrens, wer das Recht auf eine eigene Wohnung hat und wer nicht.

Wer dennoch zu den wenigen gehört, die eine Auszugserlaubnis erhalten, kann diese in der Regel nicht realisieren. Die Wohnungen müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen, zum Beispiel in Bezug auf den Mietpreis und die Wohnfläche, damit der Landkreis die Kosten trägt. Eine noch größere Hürde ist die häufig ablehnende Haltung seitens der VermieterInnen, die oft Vorurteile gegen die Wohnungsvergabe an Geflüchtete haben. Erschwerend kommen Sprachbarrieren hinzu. Die Politik leistet hier aber keinerlei Abhilfe, so sind die Geflüchteten bei der Wohnungssuche auf sich allein gestellt oder auf private UnterstützerInnen angewiesen, die bei Wohnungsbesichtigungen begleiten und bei den VermieterInnen Überzeugungsarbeit leisten. Change Ihringshausen fordert seit langem die Verstärkung des Auszugsmanagement. Ein weiterer Lösungsansatz wäre die Anmietung von Einzelwohnung für Geflüchtete seitens des Landkreises. Auch das geschieht nicht. In Frage kommen für den Landkreis nur größere Objekte, die wie die ehemaligen Militärkasernen als Sammelunterkunft ausgewiesen werden können.

Zurzeit betreibt der Landkreis 15 solcher Unterkünfte, die größten befinden sich wie auch die neu geplante Sammelunterkunft in der ehemaligen Militärkaserne Fuldatal-Rothwesten in bewusst gewählter, isolierter Lage bei Ihringshausen und bei Wolfhagen. Die Menschen leiden dort täglich unter mangelnder Privatsphäre und Abgeschiedenheit. Sie müssen sich auf Dauer Mehrbettzimmer mit unbekannten Menschen teilen. Die räumliche Distanz zur Stadt erschwert und verhindert den Kontakt zum Rest der Gesellschaft, zumal die finanziellen Mittel oftmals nicht für den öffentlichen Nahverkehr reichen. Fuldatal-Rothwesten wird sich für die dort in Zukunft untergebrachten Menschen nicht als Dornrößchenschloss, sondern als das zeigen was es ist: eine Kaserne im Wald. Und so wird sich das vom Landkreis erfundene Märchen einer besseren Unterbringung für die Geflüchteten als Albtraum erweisen.

Hintergrund:

Change Ihringshausen wurde Ende 2013 von BewohnerInnen des Flüchtlingsheims in Fuldatal-Ihringshausen und (ehemaligen)Studierenden sowie MitarbeiterInnen der Uni Kassel gegründet, um auf eine Verbesserung der Lebensbedingungen in der Sammelunterkunft hinzuwirken. Zu diesem Zweck wandte sich die Gruppe mehrfach an die zuständigen LandkreispolitikerInnen. In Anschreiben und dem Angebot einer gemeinsamen Begehung sollte auf die gravierenden Mängeln im Flüchtlingsheim in Ihringshausen aufmerksam gemacht werden. Die verantwortliche Politik ging auf diese Initiativen nicht ein. Die plötzliche Entscheidung das Heim zu schließen, wurde dann erst getroffen, als der Hessische Rundfunk die unhaltbaren Lebensbedingungen im Flüchtlingsheim öffentlich machte.

Change Ihringshausen begrüßte den Entschluss, das Flüchtlingsheim noch innerhalb eines Jahres zu schließen. Jedoch löst die geplante Nachfolgeunterkunft in der abermals isoliert gelegenen Kaserne Fuldathal-Rothwesten die grundsätzlichen Probleme der Unterbringungsform in Sammelunterkünften nicht. Es ist sogar zu befürchten, dass sich Fehler der Vergangenheit wiederholen.

Aus diesem Grund wendete sich Change Ihringshausen und zahlreiche UnterstützerInnen des Anliegens mit einem offenen Brief an die verantwortliche Vizelandrätin Susanne Selbert und den Leiter des Fachbereichs Soziales, Jörg Roßberg. Bei der Übergabe des offenen Briefs am 9. März 2015 im Vorfeld der Kreistagssitzung wurde dann zu einer öffentlichen Gesprächsrunde eingeladen, um über die Möglichkeiten der Unterbringung im Landkreis zu diskutieren.

Am 23. April fand diese Diskussion unter dem Titel “Wir möchten Teil der Gesellschaft sein – Flüchtlingsunterbringung im Landkreis Kassel“ an der Universität Kassel statt. Anwesend waren VertreterInnen des Landkreis Kassel, der Stadt Münster, des Niedersächsischen Flüchtlingsrats und der Gruppe Change Ihringshausen. Trotz der Ankündigung, sich um eine Verstärkung des Einsatzes für die dezentrale Unterbringung der Geflüchteten zu bemühen, setzt der Landkreis weiterhin auf Sammelunterkünfte.

Die Gruppe „Change Ihringshausen!“

Die KUK empfiehlt: Soliaktion mit den 43 Studierenden aus Ayotzinapa

Liebe Alle,

wir ihr sicherlich aus den Medien mitbekommen habt, eskaliert derzeit
die Situation in Mexiko. Vor einem Monat sind in Iguala 43
Lehramtsstudierende aus Ayotzinapa nach sozialen Protesten
verschwunden worden. Die Vorfälle sind immer noch nicht genügend
aufgedeckt, der amtierende Präsident Peña Nieto hat sehr spät und
unzureichend auf die Menschenrechtsverletzungen reagiert. Es ist
wahrscheinlich, dass die Studierenden nach der Demonstration von der
Polizei an Mitglieder einer kriminellen Gruppe übergeben und danach
bei lebendigem Leib verbrannt wurden.

Bei den Vorfällen von Ayotzinapa (im Bundesstaat Guerrero) sind nicht
zuletzt die korrupten Verbindungen zwischen Politik und organisiertem
Verbrechen in Mexiko (wieder) deutlich geworden. Und die Morde an den
Studierenden sind kein Einzelfall gewesen. Seit 2006 sind in
Mexiko über 20.000 Mexikaner_innen „verschwunden“, darüber hinaus
werden über 70.000 zentralamerikanische Migrant_innen vermisst. (Bei
beidem liegt die Dunkelziffer sicherlich höher).

In den letzten Wochen sind in Mexiko hunderttausende Menschen auf die
Straße gegangen, um Gerechtigkeit und Aufklärung der Verbrechen
einzufordern und den Rücktritt des PRI-Präsidenten einzufordern. Auch
international hat es viele Solidaritätsaktionen gegeben, die gezeigt
haben, dass die Vorfälle und Situation in Mexiko wahrgenommen werden
und so ein Mittel darstellen, politischen Druck auszuüben.

Wir möchten uns in Kassel an den Solidaritätsaktionen
beteiligen und werden uns deswegen morgen, 26.11.2014, um 14h vor dem
AStA treffen, um ein Foto mit einem Solidaritätsgruß zu schießen und
dies an alternative Medien und Menschenrechtsorganisationen in Mexiko
weiterzuleiten. Kommt vorbei, wenn ihr euch beteiligen wollt.

Hinweis: 1.12.14 „KAGIDA“-Demo in Kassel – Gegenaktionen geplant

wir möchten auf folgenden Aufruf der Gruppe T.A.S.K. hinweisen:

„Montag, 1. Dezember 2014: Den Aufmarsch unter dem Motto “Kassel Gegen Islamisierung Des Abendlandes” verhindern! Gegenaktivitäten geplant!

Am Montag, den 1. Dezember 2014 soll in Kassel eine Demonstration von “Kassel Gegen Islamisierung Des Abendlandes” (KAGIDA) stattfinden. Diese wird derzeit auf Facebook von einer gleichnamigen Seite beworben und soll um 18:30 Uhr vor dem Hauptbahnhof beginnen und anschließend durch die Kasseler Innenstadt führen. Ob und von wem tatsächlich eine Anmeldung vorliegt, ist bisher nicht bekannt.

Offensichtliches Vorbild sind Initiativen wie HoGeSa (Hooligans gegen Salafisten) und PEGIDA (Patriotische Europäer Gegen die Islamisierung des Abendlandes). Während versucht wird, sich von den Hooligans abzugrenzen, wird sich explizit auf die Zusammenarbeit mit PEGIDA aus Dresden bezogen.

Auffällig ist, dass die Organisatoren sich offensichtlich nicht einmal Mühe geben, das eigene Weltbild zu kaschieren. Waren die Initiatoren von HoGeSa noch darum bemüht, es so aussehen zu lassen, als sei nicht prinzipiell der Islam das Feindbild sondern der vermeintlich “radikale Salafismus”, halluzinieren Inititiativen wie KADIGA gleich eine drohende Islamisierung des “Abendlandes” herbei. Der aufgebrachte Mob, der sich gern auch als “Das Volk” verstanden wissen will, konstruiert mit seinem kulturrassistischen Islamhass eine Bedrohung, die so faktisch nicht existiert und schafft einen gesellschaftlichen Diskurs, der jede progressive Religionskritik unmöglich macht.

Auch an weiteren Feindbildern mangelt es nicht: Bei der HoGeSa-Demonstration in Köln wurden nicht nur Journalist_innen gejagt und zusammengeschlagen. Auch Menschen, die aufgrund ihres Erscheinungsbildes irgendwie verdächtig nicht-weiß-uneuropäisch aussehen, wurden im Bahnhof und anschließend in den Zügen angegriffen. Nachdem durch die massive Polizeipräsenz bei der HoGeSa-Kundgebung in Hannover Szenen wie in Köln verhindert wurden, wird versucht, sich als friedliebende Opfer “linksextremistischer Gewalt” zu inszenieren als habe es die Ausschreitungen in Köln nicht gegeben. Zum Anlass wird eine Auseinandersetzung zwischen Antifaschist_innen und HoGeSa-Teilnehmern in Hannover genommen, die mit dem Krankenhausaufenthalt der Hooligans endete. Seit dies bekannt wurde, sprießen Facebook-Seiten in feinster Redwatch-Manier aus dem virtuellen Boden und outen willkürlich Personen, die irgendwie links sind oder für links gehalten werden.

Bei PEGIDA ist man derweil bemüht, wenigstens seriös zu erscheinen. Zwar machen einige der OrganisatorInnen auf ihren privaten Facebook-Seiten keinen Hehl aus ihrem Hass auf Muslime und beziehen sich beispielsweise positiv auf Anders Breivik. Die öffentlichen Demonstrationen verliefen bisher jedoch friedlich. Die Ressentiments werden kodiert artikuliert und die Taktik geht auf: Ähnlich wie bereits vor einem Jahr in Schneeberg finden sich neben Hooligans und Nazis auch Bürger_Innen unter den Demonstrierenden. Während diese sich zwar nicht offen rechts oder gar rechtsradikal positionieren, reichen latent rassistische Ressentiments und Ängste doch als ideologische Schnittmenge aus. Zum Versuch einer emanzipatorischen Kritik des Islamismus kommt es selbstverständlich garnicht erst. Stattdessen wird ein Feindbild konstruiert, das zunächst die Form des Salafisten annimmt, aus dem aber auch schnell „der Muslim“, aus dem schnell „der Migrant“ wird. Linke Initiativen, welche zu Gegenprotesten aufrufen, werden währendessen offen als „Volksfeinde“ tituliert. Die reaktionaeren Grundzüge sind damit eindeutig.

Alle ähnlichen Aufmärschen der letzten Wochen entlarvten die obligatorische Abgrenzung von rechts als bloßes Lippenbekenntnis. Mitmachen darf jeder, von konservativem Wutbürger bis organisiertem Neonazi. Für die Organisatoren nur dann ein Problem, wenn es von den verhassten “Systemmedien” thematisiert wird. So oder so ähnlich wird es auch bei KAGIDA kommen. Schon der Aufruf wirkt wie eine wilde Zusammenstellung aller derzeit aktuellen Themen der radikalen Rechten: “Überfremdung”, Unterwanderung des “Abendlandes”, Zerstörung “unserer Kultur”, Sozialleistungen und unsere Gastfreundschaft ausnutzende “Ausländer”. Irgendwie schaffen es die Organisatoren sogar, eine Brücke zum Geschichtsrevisionismus zu schlagen, indem so getan wird, als sei das schlimmste am Nationalsozialismus die Bombardierung Kassels gewesen.

Sowohl die KAGIDA-Veranstaltung als auch die Seite erfreuen sich bei Facebook reger Beliebtheit und bekamen innerhalb kurzer Zeit mehrere Tausend “Gefällt mir!”-Klicks. Dass Aufmerksamkeit im Internet nicht gleichzusetzen ist mit tatsächlicher Relevanz ist selbstverständlich. Trotzdem hat nicht zuletzt die HoGeSa-Demonstration in Köln gezeigt, dass das Mobilisierungspotential nicht unterschätzt werden darf.

Kommt am 1. Dezember 2014 nach Kassel. Gegenaktivitäten sind derzeit in Planung. Haltet also die Augen offen und euch den Montag Abend frei. Informiert euch über bekannte Kanäle oder auf unserem Blog task.noblogs.org über weitere Entwicklungen.

Keinen Meter für Neonazis und andere RassistInnen!

Für eine progressive Religionskritik!“

Die KUK empfiehlt: Straßenumbenennung 4.11.2014 / 17:30Uhr

Die Opfer des rassistischen NSU-Terrors bleiben unvergessen! Einladung zur Straßenumbenennung in Gedenken an Halit Yozgat Holländische Straße Kassel. Haltestelle Halitplatz, Ecke Mombachstraße 4.11.2014 um 17.30 Uhr

Am 4. November werden bundesweit Straßen in Gedenken an Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Mehmet Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşık, Halit Yozgat und Michèle Kiesewetter sowie an die Bombenanschläge in der Kölner Probsteigasse und der Keupstraße umbenannt.
Der 4. November gilt als der Tag der Selbstenttarnung des NSU. Damit die öffentli-che Wahrnehmung nicht wieder auf den NSU und somit auf die Täter_innen gerich-tet sein wird, werden Straßen umbenannt, um Solidarität mit den mehr als 30 Ne-benkläger_innen im NSU-Prozess und den Angehörigen der Opfer zu zeigen.

Denn der 04. November stellt nicht ein Ende des NSU dar. Vielmehr steht dieser Tag für den Anfang einer bisher kaum stattgefundenen gesellschaftlichen Auseinan-dersetzung. Hätte die Selbstenttarnung nicht stattgefunden, wären die Betroffenen bis heute noch nicht von der Verdächtigung der deutschen Behörden befreit und als Opfer rassistischer
Gewalt anerkannt worden. Bis zum heutigen Tag jedoch hat in keiner Stadt ein den Wünschen der Betroffenen entsprechendes Gedenken an die verlorenen Freunde und Familienmitglieder stattgefunden. Inzwischen ist deutlich geworden, dass der Aufklärung im NSU-Prozess enge Grenzen gesetzt werden, um zentrale Fragen darin nicht zu
verhandeln: Wer gehört(e) zum NSU-Netzwerk und welche Rolle spielt der Verfassungsschutz darin? Welche institutionellen Voraussetzungen ermöglichten es dem NSU über so viele Jahre un-behelligt zu morden und Bombenanschläge zu verüben, während die Angehörigen der Mordopfer in Nürnberg, Hamburg, München, Rostock, Dortmund und Kassel so-wie die Betroffenen der Bombenanschläge in Köln, über Jahre hinweg kriminalisiert und öffentlich verdächtigt wurden?

Gedenken wir den Opfern des rassistischen Terrors!

Lasst uns die Namen der Opfer am 4. November gemeinsam sichtbar machen!

Die bundesweite Straßenumbenennung wurde vom Bündnis der Initiativen aus Köln, Kassel, Nürnberg, München, Hamburg, Rostock sowie aus Berlin initiiert.

Die KUK empfiehlt: „Tanzen für ein Recht auf Stadt“

Aufruf der Gruppe Recht auf Stadt:

Auf die Straßen! …zur Kasseler Nachttanzdemo am 10.Okrotber 2014

Auch in Kassel verschwinden bezahlbare, offene kulturelle Freiräume mit zunehmender Geschwindigkeit, Mieten steigen und Menschen werden verdrängt. Die Folgen der neoliberalen Entwicklung der Städte machen sich hier wie überall deutlich bemerkbar, ohne dass wir Bewohner_innen die Zukunft Kassels wirklich mitgestalten können. Aber in was für einer Stadt wollen wir eigentlich leben? Und wem gehört die Stadt? An diesem Abend werden wir mit der Nachttanzdemo ein Stück Stadt zurückerobern und nach unseren Wünschen gestalten. Wir wollen laut und tanzend zeigen, dass wir es nicht mehr länger hinnehmen, wie den Bewohner_innen Kassels ihr Recht auf Stadt genommen wird!„Beim Recht auf Stadt geht es darum, dass jedeR – unabhängig vom Status, der Nationalität oder von dem, was er oder sie im Portemonnaie hat – ein Recht hat, da zu sein und mit zu entscheiden, wie (städtisches) Leben gestaltet wird.“
Initiator_innen des Recht-auf-Stadt-Kongresses Hamburg, 2011

Verdrängung? In Kassel?

Kassel feiert sich als eine der dynamischsten Städte Deutschlands. Jetzt lohnt es sich auch endlich wieder für Investor_innen Geld in Kassels Immobilien fließen zu lassen. Kassel holt auf und modernisiert sein Stadtbild von der Friedrich-Ebert-Straße bis zum Wesertorplatz. Alle freuen sich… wirklich alle? Aufwertung bedeutet immer auch Verdrängung. Schon rangiert Kassel in Sachen Mietpreissteigerung auf Platz vier der deutschen Großstädte. In einigen Vierteln führt dies zum Abwandern der Altmieter_innen.Veränderung ist kein Problem aber in welche Richtung und aus welchen Gründen ist die Frage. Es geht nicht um die Bedürfnisse der Menschen, sondern um den (möglichst hohen) Profit. Brachen, Baulücken, Nischen werden bebaut und in Wert gesetzt. Da bleibt kein Raum mehr für Ateliers, Proberäume oder unkommerzielle Kultur. Diesem Verdrängungsprozess fielen in Kassel allein in den letzten 2 Jahren trotz Protesten zahlreiche Räume zum Opfer. So wurde das Trafohäuschen am Lutherplatz geschlossen, das selbstverwaltete Kulturzentrum Karoshi in der Gießbergstrasse musste gehen, die Kulturfabrik Salzmann in Bettenhausen droht zur Ruine zu werden und der Nordflügel am Kulturbahnhof ist schon abgerissen. Diese Projekte waren und sind wertvolle Orte der kulturellen Vielfalt und aktiven Stadtgestaltung.

Recht auf Stadt für alle!

Gegen die Verdrängung von Mieter_innen, subkulturellen Räumen und unliebsamen Gruppen in Randbereiche setzen wir das Recht auf ein Leben in der Stadt für alle! Der gleichberechtigte Anspruch aller Bewohner_innen Kassels auf ein Leben in allen Teilen der Stadt muss ernst genommen werden.Gegen die Stadtentwicklung ohne echte Beteiligung der Bewohner_innen setzen wir ein Recht auf die Gestaltung der Stadt für alle! Mitbestimmung muss mehr sein, als folgenlose Bürger_innenbeteiligung. Mieter_innen, Projekte und Initiativen müssen die Möglichkeit haben, über ihre Belange mit zu entscheiden und über ihren Verbleib, Ersatzgelände usw. mitbestimmen können.

Noch gibt es kaum Platz in der Stadt, um dieses Anliegen zu verbreiten. Deshalb nehmen wir uns am 10. Oktober 2014 den Raum der uns noch bleibt – die Straße! Hier werden wir unseren Protest laut und tanzend unübersehbar machen! Also…

…auf die Straße!

Zur Nachttanzdemo am 10. Oktober 2014,

20:00 Uhr, Startpunkt: Joseph-Beuys-Straße, Nordflügel Hauptbahnhof

KUK empfiehlt: Gerichte sind zum essen da – Demo

Am Samstag, den 25. Januar findet in Witzenhausen ab 15 Uhr eine
Demonstration gegen Lebensmittelverschwendung und für die Legalisierung
des „Containerns“, also die Entnahme von Lebensmitteln aus
Supermarktmülltonnen, statt.

Anlass ist die Gerichtsverhandlung gegen drei witzenhäuser Studierende
wegen angeblichen Mülldiebstahls, am 4. Februar 2014 vor dem Amtsgericht
Eschwege.

weiter Infos findet ihr hier: http://containerprozesswiz.blogsport.de/

KUK unterstützt: Refugees Welcome! Kassel

Die Kritische Uni Kassel ist Mitglied in dem Bündnis ‚Refugees Welcome! Kassel‘,  eine Initiative für die Aufnahme von Geflüchteten – gegen die rassistische Hetze.

Informationen zur aktuellen Situation, Forderungen und das Selbstverständnis findet Ihr auf der Website: http://refugeeswelcomekassel.wordpress.com/

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Alle Jahre wieder… die „Feuerzangenbowle“

Auch in diesem Winter kam es wieder zu Filmvorführungen der „Feuerzangenbowle“. Neben Vorführungen in verschiedenen Fachbereichen und bei der ESG (Evangelische Studierendengemeinde), wurde die Feuerzangenbowle auch wieder bei der kommerziellen „Uni-Party“ gezeigt (durch das Wort „Uni“ sollen Studierende geworben werden, allerdings hat diese Party nichts mit der Uni Kassel zu tun, außer dass Räume der Uni für diese Veranstaltung angemietet werden). Statt diese Vorführungen für eine kritische Auseinandersetzung mit diesem Film und dessen Kontext zu nutzen, wird tot geschwiegen, dass der Film ein Produkt des Nationalsozialismus ist. Stattdessen wird mit einem durchschnittlich hohem Alkoholspiegel in netter, lockerer, vorweihnachtlicher Stimmung gefeiert. Der Kontext, in dem dieser Film entstand, wird hierbei unbedeutend.

Wir möchten jedoch zur Auseinandersetzung auffordern! Daher wurde folgender Flyer bei Vorführungen an die Zuschauenden verteilt:

Flyer Feuerzangenbowle