Keine Kooperation mit CHE und Bertelsmann!

Kritik an CHE

Wie viele von euch vielleicht bereits gelesen haben, erreichte die AktivistInnen des bundesweiten Bildungsstreiks vor kurzem ein Angebot von der CHE-Consult GmbH (09.03.2010).

Über dieses Angebot waren wir aus Kassel sehr verwundert – um nicht zu sagen entsetzt. Warum wir dieses Angebot strikt ablehnen und CHE im Allgemeinen kritisieren, möchten wir im Folgenden darstellen. Ziel unseres Kritikschreibens ist über diesen neoliberalen Angriff und den Instrumentalisierungsversuch der Studierenden von einer Stiftung, die fern ab von unserem Selbstverständnis des Bildungsstreiks verortet ist und aktiv gegen unsere Forderungen arbeiten, aufzuklären.

Was ist CHE und Bertelsmann?

Das CHE wurde und wird von der HochschulrektorInnenkonferenz (HRK) legitimiert und von der Bertelsmann-Stiftung finanziert (auf die Kritikpunkte bezüglich der HRK gehen wir in diesem Schreiben nicht ein, aber ihr erinnert euch sicher an die große Demo am 24.11.09 in Leipzig mit dem Motto “Keine Stimme ohne uns“).

Bertelsmann ist eine private Stiftung, zu der diverse Medien wie TV-Sender (RTL und VOX) und Zeitungen/Zeitschriften (Spiegel, Stern, Neon, Financial Times Deutschland etc.) gehören. VertreterInnen (wobei zu bezweifeln ist, dass Bertelsmann Frauen in Führungspositionen hat) von Bertelsmann stehen im engen Kontakt mit PolitikerInnen (hauptsächlich CDU und FDP) und können dadurch besonders im Bereich der Bildungspolitik ihre Interessen einbringen. Dadurch gestaltet sie z. B. das neue Hochschulrahmengesetz mit und sorgen für die Einführung von Studiengebühren, die sowohl Bertelsmann als auch CHE befürworten.

Doch nicht nur bei bildungspolitischen Fragen hat die Stiftung ihre dreckigen Finger im Spiel. In der „Gemeinschaftsinitiative Soziale Marktwirtschaft“ schlägt Bertelsmann u. a. vor, das Arbeitslosengeld ganz abzuschaffen, mit dem Argument, dass die ArbeitnehmerInnen sich dieses Geld auch selbst ansparen können.

Besonders bekannt ist CHE noch für seine Hochschul-Rankings, die seit 1998 regelmäßig durchgeführt und publiziert werden, bevorzugt mit dem Medienpartner DIE ZEIT. Diese Rankings zwingen die Hochschulen in einen Wettbewerb, der sich „um finanzielle Mitteln stellt, sowohl durch public-private partnerships und Studiengebühren als auch für eine Hochschule, die sich ihre Studierenden selbst aussuchen kann. Letzteres heißt, dass nicht länger Regierung und Parlament bestimmen würden, wer eine Hochschulzugangsberechtigung hat, sondern die nicht parlamentär kontrollierte „Autonome“ und von Sponsorgeldern der Privatwirtschaft abhängige (und damit sicher nicht autonome) Hochschule.“ (vgl. Indymedia.org)

Unsere Position zu diesem Angebot

In unserer Stellungnahme haben wir nur einige wenige ausgewählte Kritikpunkte an Bertelsmann und CHE aufgeführt. Die Liste ist endlos. Doch schon hier wird deutlich, dass es sich bei CHE um dem Feind handelt. Wir müssen verhindern, dass dieser Wolf im Schafspeltz unseren Protest unterwandert. Wir aus Kassel lehnen daher jegliche Kooperation sowie Solidaritätsangebote dieser Protagonisten der neoliberalen Verwertungslogik ab und führen unseren Kampf gegen die Ökonomisierung des Bildungswesens fort!

Weitere Infos findet ihr unter:

http://www.bertelsmannkritik.de

http://www.studis-online.de/HoPo/art-716-ranking-boykott.php

www.anti-bertelsmann.de


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