Seminar: „Dezentrale und Demokratische Energieversorgung“

– freies, selbstorganisiertes und interdisziplinäres Projektseminar –

Wir sind eine Gruppe von Studierenden aus den Fachbereichen Politikwissenschaften/ Soziologie, Regenerative Energieversorgung und Energieeffizienz (Re²) und ökologische Agrarwisseschaften/internationale Agrarökonomie und haben das Seminar konzipiert. Angeregt von den Protesten um den COP15 und in Verbindung mit einem Projektseminar zum Thema Solidarische Ökonomie in der Politikwissenschaft ist die Idee dazu entstanden. Weitere Inforrmationen findett ihr hier.  Das Seminar ist auch im Vorlesungsverzeichnis (u.U. noch mit anderem Titel und Beschreibung, bald aktualisiert). Betreuende Dozentin ist Kristina Bayer.

Offenheit:

  • Teilnahme als Zuhörer immer möglich. Für Leute die am Thema interessiert sind, sich aber nicht am Forschungsprojekt beiteiligen möchten, empfehlen wir die Teilnahme bis zur 7. Sitzung.

  • Aktive Teilnahme am Diskussions-/Entscheidungsprozess nur bei regelmäßiger Teilnahme möglich

Formales: Für Studierende ist ein Scheinerwerb möglich in Absprache mit dem ensprechenden FB. Wir können dir dazu Tipps geben.

Hintergrund

Der Klimawandel ist eines der dringendsten Probleme des 21. Jahrhunderts. Mittlerweile ist klar, dass dieser Klimawandel durch den Menschen gemacht wird. Die Industrie stößt den größten Teil der globalen CO2-Emissionen aus. Diesen Ausstoß könne man aber durch eine effizientere Nutzung von Energie minimieren und so zu einer nachhaltigen Produktion gelangen. Demgegenüber stellt Altvater (2007) die Notwendigkeit mit der derzeitigen Produktions- und Lebensweise zu brechen, da diese wesentlich auf die Ausbeutung der fossilen Energieträger baue. Nur die fossilen Energieträger können das Wachstum generieren, dass für eine auf Konkurrenz und Profitmaximierung basierende Ökonomie notwendig ist. Dieser Argumentation folgend ist der Klimawandel kein Problem, was allein technisch gelöst werden kann, sondern es bedarf eines Umbaus der derzeitigen Ökonomie und deren politischen Rahmenbedingungen hin zu einer sozialen, demokratischen und ökologisch nachhaltigen Produktionsweise.

Wie aktuelle Untersuchungen zeigen versagen die zur Zeit verfügbaren Instrumente zum Umbau des Wirtschafts und Energieerzeugungssystems. So stieg – trotz Kyoto-Protokoll und Emissionshandel – der jährliche globale Ausstoß an CO2-Äquivalenten (Dies ist die gängige Einheit zum Messen von Treibhausgasen (Green House Gas – GHG), die neben CO2 auch andere deutlich schädlichere GHGs umfassen. Diese anderen GHGs (z.B. Methan) werden durch einen Umrechnungsfaktor bezüglich ihres Treibhauspotentiales in die entsprechende Menge CO2 umgerechnet.)

Im Zeitraum von 1990 bis 2009, anstatt wie eigentlich vereinbart um 9,8% gegenüber dem Stand von 1990 zu sinken. Dieses Projekt soll daher einen kleinen Beitrag zur Debatte um Alternativen zum Bestehenden leisten: Eine dezentrale Energieversorgung umgesetzt durch das Prinzip der solidarischen Ökonomie. Denn dass der freie Markt mit seinen Monopolisierungstendenzen (in Deutschland gibt es nur vier große Energieversorger und -verteiler) eine dezentralisierte Energieerzeugung nicht zulässt, zeigen die

aktuell geplanten gigantischen Projekte von Kohlekraftwerksneubauten und die beschlossene Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken.Dies wirkt als Hemmnis einer dezentralen Energieversorgung einzelner Ortschaften und Regionen.

Strategien:

Eine zentrale Strategie für nachhaltige Energieerzeugung- und Nutzung stellt die Idee einer umfassenden Dezentralisierung und Demokratisierung der Energiewirtschaft dar. In den Sozialwissenschaften wird diese unter dem Titel „Solidarische Ökonomie“ diskutiert. Bereits heute gibt es zahlreiche Beispiele, wo Ansätze einer solchen anderen Form der Ökonomie praktiziert werden. Besonders getragen wird dieser durch BürgerInneninitiativen und soziale Bewegungen. In den Konzepten geht es nicht nur darum, die globale Erwärmung durch den Klimawandel zu verlangsamen, sondern zu gleichen Teilen auch soziale Faktoren mit einzubeziehen, um auch zukünftig die Nahrungs- und Energiesouveränität der Menschen in den einzelnen Regionen zu sichern. Um das Phänomen Klimawandel und seine Folgen für den Menschen in seiner gesamtgesellschaftlichen Bedeutung erfassen zu können bedarf es einer interdisziplinären

Arbeitsgruppe. Daher werden an dem Projekt Studierende aus den Ingenieurswissenschaften, den ökologischen Agrarwisschenschaften und den Sozialwissenschaften teilnehmen.

Terminvorschlag für regelmäßiges Treffen im Semester:

Dienstags von 9.30 -12.00 Uhr

weiteres Planungstreffen: am 15.04.

Seminarkonzept:

1. Sitzung (20.04.):

    • Erklärung vom Climate Forum; Relevanz für unser Thema als Background von internationalen sozialen Bewegungen

    • Grundlagen der Solidarischen Ökonomie

2. Sitzung (27.04.):

  • Auseinandersetzung mit dem Begriff der Nachhaltigkeit

3. Sitzung (04.05.):

    • Sozialwissenschaftliche Perspektive

    • 45 min. für Fragen einplanen!

4. Sitzung (11.05.):

    • Landwirtschaftliche Perspektive

    • 45 min. für Fragen einplanen!

5. Sitzung (18.05.):

    • Energietechnische Perspektive

    • 45 min. für Fragen einplanen!

6. Sitzung (25.05.):

    • Vorstellung: Projekte der solidarischen Ökonomie in der Region Nordhessen

    • Auswahl!

7. Sitzung (01.06.):

    • Kriterienkatalog

8. Sitzung (08.06.):

    • Methodendiskussion (Christina!)

9. Sitzung (15.06.):

    • Vorbereitung der Exkursionen (Informationen, Konzept der Projekte)

10. Sitzung (zeitlich variabel)

    • 2 Exkursionen

11. Sitzung (29.06.)

    • Auswertung

12. Sitzung (06.07.)

    • Auswertung

13. Sitzung (13.07.)

    • Auswertung und weitere Planung