Solidarität mit der Kritischen Uni Kassel

Wir haben erste Rückmeldungen bekommen. Einige ausgewählte Beiträge dokumentieren wir an dieser Stelle. Wir danken allen AktivistInnen und SympatisantInnen für ihre praktische Solidarität und freuen uns über weitere Unterstützung. Bitte lasst uns eine Kopie/Weiterleitung zukommen.  Einen Brief, der einfach nur abgeschickt oder als Vorlage bentutzt werden kann findet ihr im „Freiraum bedroht“-Artikel.  Gemeinsam für eine freie und emanzipatorische Bildung!

Verehrter Herr Postlep,

ich habe heute Morgen im Radio eine Meldung vernommen, die ich für
sehr bedauernswert halte. Dort wurde auf Studenten ihrer Universität
aufmerksam gemacht, die von Ihnen aus ihren Räumlichkeiten gedrängt
wurden.

Ich habe den Bildungsstreik interessiert verfolgt und bin sehr
enttäuscht, dass die Hochschulen ihr Rückgrat verloren haben, weil
sich kaum ein Professor oder Rektor mal dazu bekannt hat, dass die
Bildungspraxis eine ist, die diesen Titel im Wettbewerb schon längst
verloren hat.

Wenn ich nun aber sogar höre, dass Sie Studenten, die sich tatkräftig
und couragiert für eine verantwortungsvolle Wissenschaft und ein
faires Bildungssystem einsetzen, einfach beschneiden, dann ist das nur
noch traurig.

Ich weiß nicht wie Sie menschlich dazu stehen, aber Sie sollten auch
Kraft ihres Amtes einmal über ihren Schatten springen. Die
wirtschaftlich schweren Zeiten, haben uns doch allen gezeigt, dass wir
dem Markt nur als Einzahler etwas wert sind. Bewahren Sie die
Hochschule davor, dass auch noch der letzte Funken Verstand von ihr
gestoßen wird.

Ich unterstütze die Studenten mit der beiliegenden Petition.

Mit freundlichen Grüßen

Bertholdt Ludewig
——–

Liebes Präsidium,
uns ist zu Ohren gekommen, dass du den Bildunsgstreik als beendet
ansiehst und deshalb auch den Freiraum der Kritischen Uni Kassel
zurückhaben willst.

Dazu wollen wir sagen, dass die Proteste, die sich unter dem Label
Bildungsstreik versammeln, sicher nicht zu Ende sind, sondern gerade
erst begonnen haben. Auch wenn die Mainstream-Presse zur Zeit wenig
berichtet, du weißt ja bestimmt wie das mit den Medien läuft…

Und solches Vorgehen wie jetzt zum Beispiel von dir erneuern immer
wieder die Motivation, weiter zu machen, ja sie erzwingen die
Notwendigkeit geradezu. Deshalb unterstützen wir die angehängte
Petition und fordern dich auf, die Kritische Uni Kassel anzuerkennen
und den Menschen selbstverwalteten Raum zur Verfügung zu stellen, zum
arbeiten, zum lernen, zum leben!

Und eines wissen wir aus Erfahrung, das haben wir trotz dieses
Bildungssystems gelernt:
Der Sommer ist heißer als der Herbst.

AK-Presse des Bildungsbündnisses Osnabrück
——–
Sehr geehrte Damen und Herren des Präsidiums der Universität Kassel,
hiermit unterstützen wir die Studierendeninitiative an Ihrer
Universität, die für den Erhalt der Kritischen Uni Kassel (KUK) den Raum
0213 in der Nora-Platiel Straße 6 beansprucht. Die Forderung speziell
diesen Raum für die Arbeit der KUK zu nutzen, sehen wir durch die
zentrale Lage auf dem Campus neben den übrigen studentischen Referaten
und Interessenvertretungen, den Bekanntheitsgrad unter Studierenden und
dem damit verbundenen Symbolgehalt des Raumes sinnvoll begründet. Die
KUK ist mit diesem Raum zu einer festen Anlaufstelle für Mitglieder
ihrer Universität geworden. Er lädt zum gemeinsamen Arbeiten in
Arbeitsgruppen ein und fördert offene Diskurse, die für die Entwicklung
von kritischem Geist in einer Bildungseinrichtung nötig sind. Für die
regelmäßig stattfindenden Plena und Veranstaltungen ist die Größe des
Raumes absolut notwendig. Eine Selbstverwaltung des Raums und der
Initiative stellt zudem eine Grundvoraussetzung hierfür dar, alles
andere würde die Studierenden von oben herab entmündigen und ein Klima
der Trennung an der Universität fördern. Die im Rahmen des
Bildungsstreiks gegründete studentische Initiative sehen wir als einen
willkommenen Kontrast zur unternehmerisch geführten Hochschule und dem
ihr innewohnenden Bildungsverständnis. Um die Idee einer freien Bildung
zu verwirklichen, benötigt sie den geforderten Freiraum und kann so
einer gesellschaftspolitischen Verantwortung der studentischen
Hochschulgemeinschaft nachkommen. Wir halten die KUK für sinnvoll und
bekunden unsere Unterstützung bezüglich der Raumforderung, denn Bildung
benötigt Zeit und Raum. Die Hochschulleitung sowie die
Standortverwaltung fordern wir zudem auf, Einschüchterungsversuche
gegenüber den Studierenden unverzüglich einzustellen.
Mit freundlichen Grüßen
Bildungsstreikplenum Münster

Jérôme Drees,
Referent für Hochschulpolitik

AStA Universität Münster
Schloßplatz 1 (Raum 209)
48149 Münster
——