Solidarität mit den Anti-Gentechnikaktivist*innen

Wir, die Mitglieder der Kritischen Uni Kasssel (KUK) solidarisieren uns mit den Aktivist*innen aus Witzenhausen, die die Aussaat von genetisch manipuliertem Saatgut durch den Agrarkonzern KWS im niedersächsischen Northeim, zu verhindern suchten.

Die Gefahren durch genetisch veränderter Organismen für das Ökosystem und die Gesundheit des Menschen sind nach wie vor nicht kalkulierbar. Es ist sehr fraglich, ob eine Koexistenz von genetisch veränderten Pflanzen möglich ist; obwohl die Praxis in Ländern wie Kanada mittlerweile das Gegenteil beweist, hält KWS nach wie vor an seiner Behauptung fest. Fakt ist auch, dass das Hungerproblem weder durch die industrielle Landwirtschaft, noch durch genetisch veränderte Pflanzen gelöst werden kann.

Im Gegenteil verschärft sich durch diese noch die Armut der Menschen, insbesondere aus dem Globalen Süden. 20 Prozent der Co²-Emissionen werden durch die industrielle Landwirtschaft verursacht. Die Folgen sind Verwüstung von Ackerflächen, Ausbleiben von Regenzeiten, Umweltkatastrophen. Kleinbäuerinnen und Kleinbauern geraten durch patentiertes genetisch manipuliertes Saatgut in Abhängigkeit zu multinationalen Agrarkonzernen, in dem sie sich verschulden. Auf der Erde werden bereits jetzt, ohne genetisch manipulierte Organismen, genug Nahrungsmittel produziert, die die gesamte Menschheit ernähren könnten.

Genetisch veränderte Organismen, gerade auch in Verbindung mit globalen Patentrechten stehen für die Verunmöglichung der Beseitigung von Hunger und Elend. Dem Ziel, Armut und mangelnde Ernährung wirkungsvoll zu bekämpfen steht die kapitalistische Verwertungslogik entgegen, in der menschliche Grundbedürfnisse, wie ausreichende Nahrung und eine intakte Umwelt, hinter dem Interesse von Profitmaximierung zurückbleiben.

Deshalb unterstützen wir alle symbolischen und direkten Aktionen gegen die Aussaat von genetisch veränderten Organismen. Wir wünschen der Gruppe „Witzenhäuser Agrarstudierende, Landwirte und Gärtner für eine gentechnikfrei Landwirtschaft“ weiterhin viel Kraft, Mut und Entschlossenheit, um ihren Widerstand fortzuführen. Lasst euch nicht durch staatliche Repression die Kraft rauben, denn ihr seit im Recht, auch wenn das herrschende Recht gegen euch ist. Wir wissen, dass nur eine ökologische Landwirtschaft auf Basis einer Ökonomie, die nicht auf Privateigentum, Konkurrenz und Profitmaximierung, sondern auf Solidarität, Selbstbestimmung und den individuellen Bedürfnissen des Menschen gründet, ein wirksames Mittel gegen Hunger und Elend bedeuten kann.

AG Öffentlichkeit/ KUK