PM: Mehr als Worte nichts gewesen?

Da liegt was im Argen an der Kasseler Universität. „Rigoros wird über die Köpfe von Studierenden und MitarbeiterInnen hinweg geplant,“ kritisiert Paula, Pressesprecherin der Kritischen Uni Kassel (KUK).

Geht es nach dem Willen der Bauabteilung der Uni wird der Lucius-Burckhardt-Platz spätestens ab August zu einer Bauzufahrt für die Campuserweiterung. Wichtige Teile studentischer Kultur sind gefährdet. Im Dezember 2009 hatte eine Initiative aus Anliegern und Nutzerinnen den Platz an der Kreuzung Gottschalk-/Moritzstraße nach dem ehemaligen Kasseler Freiraumplaner und Freidenker Prof. Dr. Lucius Burckhardt (1925-2003) benannt. Die Taufe war eine symbolische Aktion gegen die Verplanung von Freiräumen im Zuge der Umbauarbeiten am Campus-Nord der Uni Kassel.

Das angrenzende Café DesAStA befürchtet massive Umsatzeinbußen durch den Wegfall der Terrasse. Die Fahrradwerksttatt soll gleich ganz verschwinden. In der von Kasseler Studierenden errichteten Werkstatt können BewohnerInnen der Nordstadt und Studierende ihre Räder reparieren. Dazu gibt es Werkzeuge, kostenlose Beratung von fachkundigen KommilitonInnen und Ersatzteile zum Selbstkostenpreis. „Ich fahre viel öfter Fahrrad. Ist etwas kaputt, mache ich es hier einfach selber, auch wenn ich gerade mal wenig Geld habe“ freut sich Erik, Student am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften. „Der Platz ist für das Campusleben sehr wichtig, es ist ein Stück Kultur. Gerade im Sommer ist er ein wichtiger Treffpunkt für DozentInnen und Studierende und regelmäßig trifft sich eine Gruppe BoulespielerInnen. Mitten im hektischen Treiben ist der Platz ein Ort des Innehaltens und zudem eine wichtige sozialräumliche Schnittstelle zwischen Universität und Stadtteilbevölkerung“, ergänzt Paula, Pressesprecherin der Kritischen Uni Kassel (KUK).
Bereits im vergangenen Jahr hatten der wiedergewählte Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) und Uni-Präsident Rolf-Dieter Postlep Unterstützung zum Erhalt des Platzes und der anliegenden Initiativen zugesichert. Doch bisher hat sich nichts getan. „Auf leeres Gerede können wir verzichten, wir wollen Taten sehen! Wir haben genug davon, dass an dieser Uni zunehmend Entscheidungen über die Köpfe der betroffenen StudentInnen und MitarbeiterInnen getroffen werden“, erklärt die Pressesprecherin der KUK“.