Do. 16.8.12 – 19:30 – Karoshi – Filmvorführung „The truth lies in Rostock“

Zwischen dem 22. und 26. August 1992 ereigneten sich in Rostock-Lichten-
hagen die größten rassistischen Pogrome der Nachkriegszeit. Tagelang
belagerte ein wütender Mob – mehrere tausend „ganznormaler“ Bürger_In-
nen und Neonazis – die „Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber“, wo
Asylsuchende unter menschenunwürdigen Bedingungen untergebracht
waren. Das Haus wurde unter Applaus in Brand gesteckt und verwüstet. Die
Polizei zog sich zurück. Nur mit Glück konnten sich die Bewohner_Innen
auf das Dach retten.
Zuvor wurden gewalttätige Übergriffe auf Migrant_Innen in Hoyerswer-
da (1991) und Mannheim (1992) sowie später in Mölln (1992) und Solingen
(1993) verübt. Die Taten waren Ausdruck einer rassistischen Grundstim-
mung in der Bevölkerung. Die Bundesregierung reagierte 1992 mit dem
sog. „Asylkompromiss“: die Abschaffung des individuellen Rechts auf Asyl
und der Verschlechterung der Bedingungen der hier lebenden Asylsuchen-
den.
Seit 1990 sind mindestens 182 Menschen durch diesen menschenfeindli-
chen Terror zu Tode gekommen. Aktuelle Studien zeigen ausländerfeindli-
che Einstellungen bei knapp der Hälfte der Bürger_Innen in der BRD. In
der Öffentlichkeit wird die faschistisch motivierte Mordserie der NSU als
„Dönermorde“ relativiert und damit die Opfer weiter in rassistischer Weise
herabgewürdigt.
Wir möchten mit der Vorführung des Films an die Opfer rassistischer
Gewalt erinnern.

Organisiert von: spunk, ak raccoons, AG*Gegen Rassismus – Für
Flüchtende*, KUK, AStA Kassel