Die KUK empfiehlt: Demonstration 23.5. gegen „Homoheiler“

Aufruf zur Demonstration gegen „Homoheiler“ in Kassel

Mit großer Sorge blicken wir auf den Kongress „Sexualethik und Seelsorge“ Ende Mai in Kassel. Leider bietet der Kongress wiederum Referenten und Referentinnen ein Forum, die seit Jahren eine angebliche „Heilbarkeit“ von Homosexualität propagieren. Deshalb rufen wir zu einer Demonstration am Freitag, den 23. Mai 2014, um 16:00Uhr am Kulturbahnhof Kassel auf.

Über den Verband: Das Weiße Kreuz, ein Fachverband im Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche Deutschland, möchte nach eigener Aussage zum Nachdenken „über sexualethische Werte, die auf das biblische Menschenbild begründet sind“ anregen und für diejenigen tätig sein, „die sich neu orientieren, ihr Leben auf eine andere Basis stellen wollen oder sich alleine nicht zurechtfinden“ [1]. In einer Veröffentlichung namens „Denkangebot“ gibt es nur „homosexuell empfindende Menschen“. Es wird behauptet, Homosexualität sei vor allem bei Männern der Versuch, in einer überzogenen Sexualität ihre psychischen und körperlichen Defizite zu „reparieren“ [2]. Der christliche Fundamentalismus zeigt sich auch bei den tradierten Vorstellungen des Verbandes zu den Themen sexuelle Enthaltsamkeit, Abtreibung oder der Rolle der Frau in der Ehe. Der Verband argumentiert sexistisch, ignoriert die individuelle und sexuelle Selbstbestimmung, propagiert unwissenschaftliche Behauptungen und wirbt für ein diskriminierendes, vorurteilsbeladenes Beratungskonzept.

Die Referent_innen auf dem Kongress: Der Verband veranstaltet seinen diesjährigen Kongress vom 22. bis 24. Mai in Kassel (Leuschnerstr. 72b). Dazu wurde die antihomosexuelle Fundamentalistin Christl Vonholdt vom Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft (DIJG) als Referentin eingeladen. Das DIJG behauptet, dass die homosexuelle Orientierung nicht eine grundlegende Prägung, sondern eine Identitätsstörung sei. Demgemäß propagiert das DIJK pseudowissenschaftliche Therapiekonzepte mit fatalen Folgen für die betroffenen Menschen. Der Verein Wüstenstrom neigt sogar dazu, Aussteiger_innen zu bedrohen, die über ihre negativen Erfahrungen berichten: So wurden Aussteiger_innen mit haltlosen Abmahnungen überzogen. Im Wüstenstrom-Rundbrief wurden „abgesprungene“ Ratsuchende mit vertraulichen Pseudodiagnosen aus der „Beratungspraxis“ öffentlich diffamiert. Das DIJG behauptet in Vorträgen, homosexuelle Männer seien nicht in der Lage, vertrauensvolle Beziehungen zu führen („maximal zwei Jahre“) und stellt sie als Sexbestien dar. Auf dem Kongress „Sexualethik und Seelsorge“ sollen diese pseudowissenschaftlichen Thesen wieder propagiert werden. Erneut soll für die zweifelhaften Beratungsangebote des DIJG und von Wüstenstrom geworben werden.

Unsere Kritik: In mehreren Aufrufen und Aktionen des Bündnisses gegen Sexismus, Homophobie und religiösen Fundamentalismus, des LSVD und anderen Verbänden [3] wurde das Weiße Kreuz wiederholt dafür kritisiert, Referent_innen mit sexistischen und homophoben Einstellungen ein Forum zu bieten. Die Bundesregierung [4] und die Landesregierung von Sachsen-Anhalt [5] haben die Aktivitäten dieser „Homoheiler“ als unwissenschaftlich und schädlich verurteilt. Alljährlich gedenken wir mit dem 17. Mai dem Tag, an dem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1990 beschloss, Homosexualität aus ihrem Diagnoseschlüssel zu streichen [6]. Seitdem belegen eine Vielzahl von Langzeitstudien und klinischer Publikationen, dass gleichgeschlechtliche Sexualität, Beziehungen, Gefühle und Verhalten normal und positive Variationen menschlicher Sexualität sind [7]. Die Einführung der „eingetragenen Partnerschaft“ und des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) verdeutlicht die in den letzten Jahren zunehmende gesetzliche und gesellschaftliche Anerkennung von Homosexualität. Die Stadt Kassel wendet sich mit einem Runden Tisch seit 2010 gegen Homophobie und Transphobie. Dennoch zeigen aktuelle Umfragen und Pressemeldungen, wie sehr Homophobie immer noch ein gesellschaftliches Problem ist.

Wir lehnen jegliche sexistische, homophobe und diskriminierende Einstellungen ab! Kommt zur Demonstration!

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[1] http://www.weisses-kreuz.de/home/ueber-uns/

(Stand: 8.05.2014)

[2] vgl. Trauernicht, Rolf: Die Homosexualität verstehen lernen Theorien zur Entstehung. Homosexuelle Neigung und Veränderung Denkanstöße für die Begleitung Homosexueller, Denkangebot 2, Weißes Kreuz e.V. Kassel.

[3] vgl. http://noplace.blogsport.de/

; http://www.mission-aufklaerung.de/umpolungsproblematik/homoheiler-in-deutschland/weisses-kreuz.html; http://www.queer.de/detail.php?article_id=21374 (Stand: 08.05.2014)

[4] vgl. BT-Drs. 16/7917

[5] vgl. LT-Drs. 6/2981

[6] vgl. Weltgesundheitsorganisation 1970: International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems (ICD-10) online unter http://www.who.int/classifications/icd/en/

(Stand: 08.05.2014)

[7] American Psychological Association: Appropriate Therapeutic Responses to Sexual Orientation, online unter: http://www.apa.org/pi/lgbt/resources/therapeutic-response.pdf

(Stand: 08.05.2014)

 

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