Selbstverständnis der Kritischen Uni Kassel

Wir sind die AG Selbstverständnis. Unsere Aufgabe ist es die Vorstellungen und Ideen der Bildungsstreikenden WAS ein Projekt „Kritische Uni“ hier in Kassel bedeuten soll. Wir versuchen dabei die wesentlichen Übereinstimmugen von allen, die daran mitwirken einfließen zu lassen, die sich über die vergangenen Bildungstreiks entwickelt haben. Das verbinden wir mit einer grundsätzlichen Bestimmung, die solch ein Projekt in einer vom Neoliberalismus bestimmten Gesellschaft einnehmen sollte.

Das hier ist unsere erste Rohversion, die wir euch noch vor den kurzen Weihnachtsferien vorstellen möchten. Wenn du im Januar auch am Selbstverständnis der KUK mitwirken willst dann schau beim Plenum vorbei. Dort werden auch AG-Treffen abgesprochen oder schau auf diesem Blog.

Selbstverständnis der Kritischen Uni Kassel (11.12.2009)

 

Die Kritische Uni Kassel (KUK) hat sich im Rahmen des bundesweiten Bildungsstreikes im Juni 2009 gegründet. Unser Ziel ist es seither, nicht nur gegen das gegenwärtige Bildungssystem zu protestieren, sondern vor allem eine gänzlich andere Form der Bildung – nämlich eine emanzipatorische – praktisch erfahrbar zu machen und umzusetzen und somit ein Gegenmodell zur derzeit herrschenden marktorientierten (Aus-)Bildung zu schaffen.

Perspektivisch geht es hierbei auch darum, dem elitären Anspruch von universitärer Bildung ein Modell entgegen zu stellen, in dem Bildung entzäunt und frei zugänglich gemacht wird.

 

Durch die Realität des bestehenden Bildungssystems ergeben sich für das Projekt „Kritische Universität“ zwei zentrale Aufgabenbereiche:

 

1) Veranstaltungen

Die KUK möchte Raum bieten für Themen, die das vorherrschende Verständnis von universitärer Bildung und ihrer Rolle für die Gesellschaft infrage stellt und durch eine kritische Auseinandersetzung erweitert. Dies soll unter anderem durch das Aufgreifen bisher marginalisierter Themen und eine demokratische, an den Interessen aller Beteiligten orientierte Themenfindung geschehen. Zudem wird ein Zusammenspiel von theoretischem und praktischem Wissen angestrebt.

 

Die Form der Wissensvermittlung ist ein weiteres zentrales Feld der Auseinandersetzung. Wir streben eine nicht-hierarchische, auf Dialog ausgerichtete Bildung an, in der die Grenzen zwischen Lehrenden und Lernenden verschwimmen. Die KUK will damit auch über ihren eigenen Handlungsbereich hinaus einen Impuls für ein stärkeres Angebot selbstorganisierter Seminare und Vorlesungen geben – frei von Leistungsdruck und Wettbewerb.

 

2) Bildungspolitische Intervention

Die seit einigen Jahren stattfindende Umstrukturierung des Bildungsbereichs nach betriebswirtschaftlichen Kriterien führt zu der zuvor kritisierten Verengung universitärer Bildung. Soll diese ihr emanzipatorisches Potential entfalten, so reicht es nicht, nur auf inner-universitärer Ebene zu agieren; vielmehr muss eine grundlegende Auseinandersetzung mit den Strukturen stattfinden. Denn diese und nicht individuelle Handlungslogiken haben zudem dazu geführt, was derzeit von Bildungsbewegungen weltweit kritisiert wird: die zunehmende Unterfinanzierung des Bildungssektors, der durch Privatisierung begegnet wird, sowie die Ökonomisierung von Bildung.

In diese Logik passt auch die fortschreitende Entdemokratisierung und Fremdbestimmung im Hochschulbereich, die Studierenden die Fähigkeit zur Selbstbestimmung abspricht.

Hiergegen wollen und müssen wir uns nicht nur auf Universitätsebene, sondern auch auf landes-, bundes- und europäischer Ebene wehren. Die KUK hat es sich daher zum Ziel gesetzt gemeinsam mit anderen Teilen der Bildungsbewegung Einfluss auf politische Entscheidungen zu üben.

to be continued…