Veranstaltungsplan 2011 „Flucht, Migration und Abschiebung“

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Nach dem Bildungsfestival im letzten Sommer , bei dem unter dem Titel „Reclaim your education“ eine Vielzahl verschiedener Veranstaltungen zahlreiche Teilnehmer*innen angezogen hat, möchten wir diesen Frühling mit einer 6-wöchigen Veranstaltungsreihe (Anfang Mai bis Mitte Juni) den Themen „Flucht, Migration und Abschiebung“ widmen.
Im Rahmen der Reihe wird es i.R. jede Woche einen thematischen Vortrag und einen passenden Film zu sehen und zu diskutieren geben (einen genauen Veranstaltungsplan findet ihr weiter unten). Parallel zeigen wir vom 03. bis 19. Mai die Ausstellung „Black Box“, die das Phänomen Abschiebung sichtbar machen will: Neun Menschen, die von Abschiebung bedroht sind oder abgeschoben wurden, erzählen ihre Geschichten.
Zur Ausstellung, den Vorträgen und Filmen laden wir Euch herzlich ein! Besonders freuen wir uns über Menschen, die nicht alltäglich auf dem Campus verkehren, aber auch Studierende, Dozierende und andere Universitätsangehörige sind sehr gern gesehen. Selbstverständlich sind wie immer alle Veranstaltungen sowie die Ausstellung kostenfrei; die Kritische Uni Kassel freut sich jedoch über Spenden.


Ausstellung: Blackbox Abschiebung /
Bilder und Geschichten von Leuten, die gern geblieben wären
Di., 03.05.-Do., 19.05. / Mo.-Do. 12-20 Uhr Fr. 12-16 Uhr / am Lucius-Burckhardt-Platz Arnold-Bode-Str. 10 / Raum 1103


>>>Alle folgenden Veranstaltungen finden um 20 Uhr im KUK-Raum (Nora-Platiel-Str. 6, Raum 0213) statt!<<< (Ausnahme: 1. Juni 2011 – Veranstaltung zur Bamako-Dakar-Karawane, gleiche Uhrzeit, im Karoshi)


Di., 03.05.: Vortrag / Frank Gockel: Unschuldig im Gefängnis?!
Abschiebehaft in Deutschland am Beispiel der JVA Büren

Über 2.500 Menschen wurden allein 2010 in der JVA Büren inhaftiert, ohne dass sie eine Straftat begangen haben. Sie werden festgehalten, weil die Behörden sie abschieben wollen und verbringen so Wochen und Monate hinter Gittern. Viele von ihnen werden in die Krisenregionen dieser Erde geschickt, wo ihnen Verelendung, Folter oder gar der Tod drohen. Nicht selten befinden sich auch Menschen unter den Gefangenen, die in Deutschland geboren sind und ihre angebliche Heimat nur aus den Erzählungen ihrer Eltern oder Großeltern kennen. Was erleben diese Menschen, wenn sie hinter Gittern auf ihre Abschiebung warten und warum werden sie inhaftiert? Wie gehen die Behörden mit ihnen um und wie kann man ihnen helfen? Über dieses Thema wird Frank Gockel vom Verein Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Büren berichten. Der Verein hat über 15.000 Menschen seit 1994 in der Abschiebehaft besucht und für sein Engagement 2006 den Aachner Friedenspreis erhalten. Er ist u.a. seit je her ein Sprachrohr der Abschiebehäftlinge.


Do., 05.05.: Film + Bericht / Abschiebung im Morgengrauen /
Doku über den Alltag der Ausländerbehörde Hamburg
mit anschließendem Bericht vom Frauenhaus zur Abschiebung von Fatima

Abschiebung im Morgengrauen
– Alltag in der Ausländerbehörde

„Wir buchen, Sie fluchen“ – ist auf dem Bildschirmschoner eines Computer der Hamburger Ausländerbehörde zu sehen. Die aufrüttelnde Dokumentation des NDR  zeigt den Alltag einer Ausländerbehörde und den Umgang mit Flüchtlingen in Deutschland: Bürokratie, Zermürbung, Polizeieinsatz. Das, was sich normalerweise hinter den Fenstern anonym abspielt, wird öffentlich. Für diesen Film hat die Ausländerbehörde Hamburg zum ersten Mal einem Fernsehteam gestattet, eine Abschiebung von Anfang bis Ende zu begleiten. Der Film wurde ausgezeichnet mit dem Grimme-Preis 2006 „Information & Kultur“.


Di., 10.05.: Vortrag / Reimar Bendix: „Dann geh ich lieber zurück nach Gaza!“
Deutsches Aufenthaltsrecht aus der Perspektive der Beratungspraxis

Kurzvorstellung: R. Bendix arbeitet beim Netzwerk „BLEIB in Hessen“
und berät Flüchtlinge beim Zugang zum Arbeitsmarkt.


Mi., 18.05.: Infoveranstaltung / Pierre: Situation der Flüchtlinge in Calais
An der französisch/belgischen Küste leben seit Jahren hunderte Flüchtlinge auf ihrem Weg nach England in Obdachlosigkeit und Repression.
Die Veranstaltung gibt, anhand von Fotos, Kurzfilmen und Erzählungen, Einblicke in den katastrophalen Umgang mit Menschen auf ihrer Flucht durch Europa und wirft Licht auf praktische Solidarität.
Calais ist übrigens nur 600 km von Kassel entfernt…….
Infos zu der Situation der Flüchtlinge in und um Calais:
http://calaismigrantsolidarity.blogsport.de/
http://calaismigrantsolidarity.wordpress.com/
http://w2eu.net/


Do., 19.05.: Film / Welcome / 
Dieser Spielfilm gibt einen Einblick in die Situation der illegalen Flüchtlinge in Calais Bilal, ein 17-jähriger kurdischer Flüchtling, hat die letzten drei Monate damit verbracht, durch Europa zu reisen, um seine vor kurzem nach England ausgewanderte Freundin wiederzufinden. Nach einigen abenteuerlichen Begegnungen erreicht Bilal schließlich die franzözische Nordküste, von wo er die englische Küste sehen kann. Die örtlichen Behörden halten ihn jedoch fest. Deshalb entschließt sich Bilal zu einer mutigen Tat: Er will durch den bitter kalten Ärmelkanal schwimmen, um nach England zu gelangen. Deswegen nimmt Bilal im hiesigen Schwimmverein Unterricht bei Simon, einem mehr als doppelt so alten Franzosen, der gerade aufgrund seiner Scheidung vor den Trümmern seines Lebens steht. Trotz des Altersunterschieds entdecken die beiden Männer viele Gemeinsamkeiten, am Ende verbindet sie eine starke Freundschaft, die ihnen hilft, ihre Träume zu verwirklichen.


Di., 24.05.: Vortrag / Henning Wienefeld: Allein auf der Flucht – Minderjährige suchen Asyl in Hessen

Wie werden ausländische Kinder und Jugendliche als Flüchtlinge aufgenommen, welche Hilfen erhalten sie und welche Erwartungen und Hoffnungen bringen sie mit?


Mi., 25.05.: Film / Die Geduldeten /
Ganz allein und sprachlos: Die Doku begleitet Kindern und Jugendlichen nach ihrer Ankunft in Deutschland

In dem Film werden Kinder, die in Deutschland ankommen über zwei Jahren hinweg begleitet. Er erzählt wie sie hier ankommen, eine neue Sprache und eine fremde Welt kennen lernen. Dabei erzählt er auch, welche Erfahrungen sie mit den Gesetzen des Landes machen. Ganz allein und sprachlos in Deutschland. Die Entscheidung in Deutschland zu leben haben andere für sie getroffen. Ihre Eltern sind tot, im Gefängnis oder sie melden sich nicht, weil sie glauben, für ihre Kinder die richtige Wahl getroffen zu haben.


Di., 31.05.: Film + Vortrag / Der Film „somalische Botschaft“ (12 min.) zeigt die Situation von Flüchtlingen in Rom, die durch das Dublin II Abkommen noch verschärft wird /Maria Bethke: Dublin II am Beispiel von Flüchtlingen in Italien

 


 

Mi., 01.06.: Film & Diskussion / „…denn wir leben von der gleichen Luft“ – eine Veranstaltung zur Bamako-Dakar-Karawane 2011 mit Riadh Ben Ammar (NoLager Rostock) und Dorette Führer (NoLager Bremen), in Zusammenarbeit mit D.O.R.N. (Kassel)

ACHTUNG: Die Veranstaltung findet im Karoshi (Gießbergstraße 41-47) statt!

Unter dem Motto „Für Bewegungsfreiheit und gerechte Entwicklung“ sind zwischen dem 25. Januar und dem 11. Februar bis zu 500 BasisaktivistInnen aus Afrika und Europa von der malischen Hauptstadt Bamako zum Weltsozialforum in Dakar gezogen.
Neben einem Bericht von der Reise, bei der die ReferentInnen teilgenommen haben, wird es unter Anderem darum gehen, wie in Afrika das Spannungsverhältnis zwischen Migration und Entwicklung diskutiert wird.
In der Diskussion wollen wir auch über zukünftige Aktivitäten des Netzwerks Afrique-Europe-Interact und der Umsetzung von globalisierten Widerstandperspektiven ins Gespräch zu kommen.
Mehr Infos: http://www.afrique-europe-interact.net


Di., 07.06.: Vortrag / Prof. Helen Schwenken: Wieviele Rechte sollen migrantische Haushaltsarbeiterinnen haben? – Die Internationale Arbeitsorganisation verhandelt über „Decent Work for Domestic Workers“


Do., 09.06.: Film / Bread and Roses
– Ken Loach’s Verknüpfung von Arbeitskampf und dem Leben als „illegale Einwanderin“ in den USA –


Maya lebt illegal als mexikanische Einwanderin in den USA und arbeitet nachts als Putzfrau für einen Hungerlohn in den großen Bürogebäuden von Los Angeles. Durch einen Zufall lernt sie den Gewerkschaftsfunktionär Sam kennen. Mit seiner Hilfe und unter dem Motto „We want bread, but roses, too“ organisiert sich die ausgebeutete Putzkolonne. Das führt nicht nur zu Repressionen bei der Arbeit, auch in Mayas Familie wird ein Streit entfacht.
„Eine in dokumentarischem Handkamera-Stil gedrehte hoffnungsvolle Utopie über die Kraft des Einzelnen und die Solidarität mit Entrechteten, authentisch gespielt von professionellen wie von Laiendarstellern, trifft der Film genau die Balance zwischen engagiertem Thesenstück und unterhaltsamem Politkino.“ (Lexikon des Internationalen Films)


Alle Veranstaltungen finden um 20 Uhr im KUK-Raum (Nora-Platiel-Str. 6, Raum 0213) statt!

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