Über uns

„Eine Krise kann jeder Idiot haben. Was uns zu schaffen macht, ist der Alltag.“ (Anton Pawlowitsch Tschechow)

– – – 20. Dezember 2009 – – –

Selbstverständnis der Kritischen Universität Kassel -> Rohversion

– – – 28. November 2009 – – –

Die Kasseler Resolution 3.0 wurde vom Streikplenum verabschiedet. Diese ist seit dem eine verbindliche Grundlage für die Arbeit der KUK.

– – – 18. November 2009 – – –

Redebeitrag der KUK zur Wiederaufnahme des Bildungsstreiks in Kassel

Liebe Kommilitonen und Kommilitoninnen,

genau wie dieser Tage an vielen Unis in Österreich, in der Schweiz, in Polen und auch hierzulande durch Besetzungen von Universitätsräumen untermauert, haben auch wir während des Bildungsstreiks im vergangenen Sommer unserem Protest Ausdruck verliehen.

Doch worum geht es dabei wirklich, wenn von Streiken und Besetzen die Rede ist?
„Warum eigentlich streiken?“ ist oft zu hören, „Das macht doch keinen Sinn. Wer sein Studium zurückstellt, hat doch am Ende selbst das Problem und nicht die Uni-Leitung oder die Politik.“. – Das mag auf den ersten Blick stimmen, aber warum sollte es nicht möglich sein Druck auszuüben, mit dem Argument, dass wir doch die Zukunft sind und es ein „ohne uns“ nicht geben kann?
Wenn die freie Bildung, die wir uns vorstellen, nicht existiert, dann können wir nicht so weitermachen wie bisher. Besetzen ist hier sowohl ein Boykott des Bestehenden als auch die Aneignung von Raum für neues und eigenes.

Neben den Forderungen nach konkreten Verbesserungen der Studienbedingungen, die sich an die sogenannten politischen Entscheidungsträger richten, gilt es sich selbst Freiräume zu schaffen. Es ist nicht damit getan neue Gebäude zu errichten, ein paar neue Lehrmittel bereitzustellen, etwas personell nachzubessern und den zähen bürokratischen Kampf um Rechte einzugehen, wenn es doch auch darum geht, dem Studieren wieder Sinn zu geben. „Ich will mich tatsächlich bilden, anstatt nur Wissen zu tanken.“

Die Kritische Uni Kassel (kurz KUK) hat sich im letzten Juni als offene studentische Initiative aus dem Bildungsstreik heraus gegründet um diese Vision selbstverwaltet ein Stück voran zu bringen.  Wir sollten nicht nur auf eine alternative Bildungspraxis hoffen, sondern schon jetzt selbst und gemeinsam handeln, um sie zu verwirklichen.

Die KUK soll Raum bieten, um Themen zur Sprache zu bringen, die auf dem Fließband der UNbildung nicht mehr zu Tage treten. Sie soll allen die Gelegenheit geben eigene Ideen mit anderen zu teilen und zu diskutieren sowie Fragen zu stellen, denen heutzutage an dieser Uni und darüber hinaus häufig viel zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Das soll auf Wegen geschehen, die wir selbst bestimmen und die wir für sinnvoll halten. Schließlich soll die KUK auch die Möglichkeit bieten, Alternativen überhaupt erst zu denken und sie aktiv in die Öffentlichkeit zu tragen.

Wenn wir den Mut aufbringen, uns auszuprobieren, statt uns den Verwendungszwecken, die andere für uns vorgesehen haben, entsprechend zu verhalten, dann werden wir in Zukunft auch die Entschlossenheit und Sicherheit erlangen, um unsere Interessen zu behaupten und dem Studieren wieder Sinn zu geben.

Anstatt uns mit Scheuklappen durch das Studium jagen zu lassen, sollten wir uns die Zeit nehmen  als Studierende zusammen zu finden und zu wirken. Initiativen wie die KUK sollen dabei dauerhaft helfen.

Das Plenum der KUK heißt alle herzlich willkommen. Lasst die KUK thematisch wachsen, bringt Ideen und Anregungen für das alternative Veranstaltungsverzeichnis ein und helft dabei Bildungsfreiräume zu organisieren und der Hochschule wieder kritischen Geist zu verschaffen!

– – – 19. Juni 2009 – – –

Erklärung zur Bildungsstreikwoche (im Juni 2009) an der Universität Kassel /

Gründung der Kritischen Uni Kassel

Wir als streikende Studierende möchten hiermit über die Ereignisse der Bildungsstreikwoche vom 15.-19. Juni informieren.

Nachdem die studentische Vollversammlung am Montag, 15. Juni, die Teilnahme der Universität Kassel am bundesweiten Bildungsstreik offiziell beschlossen hatte, fanden sich etwa 150 Studierende zu einer Spontandemonstration zusammen und zogen anschließend in das Präsidium ein. Ziel dieser Belagerung war ein offizielles Bekenntnis der Universitätsleitung zum Bildungsstreik. Dieser Forderung kam das Präsidium am Dienstag nach (siehe Universitätshomepage).

Den offiziellen Höhepunkt der Streikwoche bildete am Mittwoch, 17. Juni, die Großdemonstration in Kooperation mit etwa 1500 SchülerInnen durch Kassel.

Zusätzlich hat sich eine Gruppe von ca. 30 Studierenden zu Beginn des Bildungsstreiks am 15. Juni spontan dazu entschlossen einen zentralen Raum auf dem Campus Holländischer Platz zu besetzen. Zweck der Besetzung war das Schaffen von Freiräumen für die „Kritische Uni Kassel“ (KUK). Das Projekt bietet Studierenden und Dozierenden die Möglichkeit Workshops und Seminare außerhalb von verschulten und marktdiktierten Bildungsvorstellungen wahrzunehmen. Die gemeinschaftliche Selbstverwaltungspraxis von Studierenden ist dabei als ernsthafte Alternative zu eingeschränkter Mitbestimmung unbedingt hervorzuheben. Die engagierte Beteiligung von Studierenden und einigen Dozierenden verschiedener Fachbereiche, die verschiedenste Veranstaltungen kurzfristig planten und durchführten, ist ein äußerst positives Signal für die Entschlossenheit dem gegebenen Bildungssystem entgegenzutreten.

Aus diesem Grund hat sich das Plenum der KUK dazu entschlossen sich auch über die Bildungsstreikwoche hinaus in regelmäßigen Abständen zusammen zu finden, um dieses Projekt an der Universität Kassel zu etablieren. Die KUK soll in diesem Rahmen sowohl Bildungsalternativen erarbeiten als auch durch ein eigenes Seminarprogramm ihren Beitrag zur Umgestaltung des Studiums zu leisten.

Daher fordern wir die ständige Verfügbarkeit des Raumes 0213 im WiSo-Pool (Nora-Platiel-Str. 6) zu Veranstaltungszwecken der KUK.

Kassel, 19. Juni 2009, das Plenum der KUK