AntimilitaristInnen beim Hochschulpolitischen Forum

Am 1. Juni nahmen an der Uni Kassel studierende AntimilitaristInnen am Hochschulpolitischen Forum teil. Das ein bis zweimal im Jahr stattfindende Forum steht in der Regel unter der Schirmherrschaft des Präsidiums und hat jeweils spezifische Themenschwerpunkte aus der Hoschulpolitik. In diesem Jahr wurde das Forum erstmals durch eine Podiumsdiskussion begleitet und durch eine Initiative aus dem Senat organisiert. Angeregt wurde diese Initiative durch das ehemalige Antimilitaristische Bündnis Kassels, welches  inzwischen studentisch durch  die AG Anti-Militarismus fortgeführt wird. Durch mehrer hartnäckige Vorstöße der AntimilitaristInnen im Senat  sollte dem Thema Rüstung und Militär an der Uni nun endlich kritisch und öffentlich begegnet werden.
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Vorstellung AG Anti-Militarismus

Die AG-Antimilitarismus wurde gegründet, um an studentischen Widerstand gegen militaristische Vorträge an der Uni Kassel aus dem Jahr 2008 und 2009 anzuknüpfen. Damals protestierten Studierende aus unterschiedlichen Fachbereichen in einem gemeinsamen Bündnis mit einem breiten Spektrum linker Gruppen und Hochschullisten gegen eine Veranstaltungsreihe aus dem Fachbereich Wirtschaftswissenschaften in Kooperation mit einem Rüstungskonzern und der Bundeswehr/NATO.

(Die bisherige Arbeit des ABK ist hier nachzulesen  →    ABK-Dokumentation.)

Das Bündnis mahnte die Verantwortung der Wissenschaft gegenüber der Gesellschaft an, und machte deutlich das die Freiheit von Lehre und Forschung nicht isoliert  von der Erklärung der Menschenrechte stehen kann. Kriegsführung dient nicht der Lösung von Konflikten und zum Erreichen einer freieren und friedlicheren Gesellschaft,  sondern nur zur Durchsetzung von anderen Herrschaftsverhältnissen. Einem Staat, unerheblich ob (bspws.) Deutschland, den USA oder Frankreich oder Institutionen wie der EU geht es zunächst um die Sicherung ihrer politischen und ökonomischen Macht, wenn sie militärische Mittel nutzen. Dies gilt auch für die Militarisierung der europäischen Außengrenzen. Der Flüchtlingsstrom nach Europa hat politische und ökonomische Ursachen. Jahrhunderte hat die sogenannte „Freie Welt“, haben die industriealisierten Länder ihren Wohlstand auf der Ausbeutung und Unterdrückung der (ehemaligen) Kolonien aufgebaut. Bekämpft werden nun die Folgen –  und das sind Menschen, die sich auf ihren riskanten Weg  begeben. Immer wieder wird berichtet, dass sowohl die Grenzschutzagentur Frontex Flüchtlinge aufs offene Meer abdrängt, als auch die Mittelmeerstaaten alles tun um zu Verhindern, dass die Menschen auf der Suche nach einem besseren Leben das europäische Festland nicht erreichen.

In diesem Semester organisieren wir Veranstaltungen über Kasseler Rüstungsindustrie und die Militarisierung der Gesellschaft. Darüber hinaus arbeiten wir an konkreten politische Forderungen an unsere Universität. Unser Ziel ist Militär und Rüstungsindustrie vom Campus und den Lehrveranstaltungen fern zu halten.

Darüber hinaus wollen wir auch den Rüstungsstandort Kassel als Ganzes kritisch hinterfragen. Unternehmen wie Krauss-Maffei-Wegmann (KMW) und Rheinmetall Defence Landsysteme (RLS) blicken in Kassel auf eine lange Rüstungstradition zurück. Sie treten seit 2002 in einem Joint Venture auch zusammen unter der Marke PSM auf, die ihre neue Schützenpanzerproduktion als „Investition in Sicherheit und Zukunft“ betrachtet – fragt sich nur in wessen Zukunft?

Die AG leistet darum Aufklärungsarbeit, um militaristische Aktivitäten an der Uni und in der Umgebung aufzudecken sowie zu deren Unterbindung beitragen.

Erreichen könnt ihr uns per Mail:  antimilitarismus@gmx.net