Sticky: Kassel brennt! Aus 1 mach 6

Gestern Nacht beschloss das Kasseler Streikplenum von Hörsaal I in den Hörsaal VI in der Arnold-Bode Str. 12 umzuziehen. Die Studierenden begründeten die Entscheidung mit der Notwendigkeit die inzwischen eingefahrene Situation zu lösen und weitere Schritte nach vorne zu gehen.

Um die eingefahrene Situation des Kasseler Bildungsstreiks wieder in konstruktivere Bahnen zu lenken, besetzten Studierende unterschiedlichster Fachbereiche Freitag früh gegen 6:30 Uhr Hörsaal VI (HS VI) an der Universität Kassel. Der Entscheidung waren kontroverse Diskussionen vorausgegangen. Seit vergangenen Montag hatten die Streikenden die Besetzung von Hörsaal I (HS I), den größten Hörsaal der Universität, nur noch eingeschränkt fortgeführt. Anstatt die Vorlesungen komplett zu blockieren beanspruchten sie die erste viertel Stunde der Veranstaltungen um die Studierenden, die nicht am Streik teilnahmen durch ein Videos, Pressebeiträge und die Vorstellung von Kritik und Forderungen aufzuklären und so eine breitere Unterstützungsbasis zu schaffen. Das Mittags-, Abendplenum und die alltäglichen Besetzungsstrukturen blieben weiterhin in HSI bestehen. So waren Aktivist*innen auch während den Vorlesungen im Raum präsent.

Dieser Weg zeigte deutliche Erfolge. So konnten verschiedene Fachschaften, u.a. der Wirtschaftswissenschaftler*innen und Sprachwissenschaftler*innen für den Streik gewonnen werden. Der Fachschaftsrat 07 (Wiwi) verabschiedete eine Solidaritätserklärung, die die eingeschränkte Besetzung als angemessene Form begrüßte. Eine Unterschriftenliste, mit inzwischen über 3000 Unterschriften schafft zusätzliche Unterstützung für die Streikenden.

Die eingeschränkte Besetzung erhöhte zwar die Solidarität unter den Studierenden für den Streik, führte jedoch zugleich zu einer partiellen Lähmung der inhaltlichen Auseinandersetzung und an dem eigentlichen Gedanken eines Streiks vorbei, so eine Besetzerin. Da der Bildungsstreik von vielen Studierenden eher passiv konsumiert, anstatt aktiv unterstützt wird, fehlten die nötigen personellen Kapazitäten, um gleichzeitig einen weiteren Arbeitsraum für die AGs in Beschlag zu nehmen. Zudem wurde die Koordination der AGs eingeschränkt. Ein Besetzer kommentierte die Situation treffend: „Ich kann so nicht arbeiten!“

Der nun bereits zweiwöchige Bildungsstreik trete nun in einer zweite Phase ein. Ein ausdifferenzierter Forderungskatallog an Hochschulleitung, Land und Bund wurde mehrfach überarbeitet und nun vom Streikplenum, dass im besetzten Hösraal darüber abstimmte, angenommen. Am Sonntag Abend wurde die Resolution dem Kanzler Hr. Kuhn der Uni übergeben. Die Besetzer*innen luden nocheinmal mit Nachdruck alle Studierenden ein, sich am Streik aktiv zu beteiligen. Die Uhrzeit des täglichen Plenums wird auf den bekannten Seiten (twitter#kasselbrennt, kritischeuni.de etc.) veröffentlicht

stay tuned, stay rebel