Projektbericht veröffentlicht: „Dezentrale und Demokratische Energieversorgung als Baustein Nachhaltiger Regionalentwicklung“

Das Seminar

Studierende aus den Ingenieurs-, Gesellschafts- und ökologischen Agrarwissenschaften – zugleich AktivistInnen der Kritischen Uni (KUK) – konzipierten ab Dezember 2009 ein interdisziplinäres Projektseminar. Im Fokus standen die komplexen Verbindungen technischer, ökologischer und sozialwissenschaftlicher Zugänge auf die Phänomone Klimawandel und Ressourcenfrage.
Skeptisch waren die Studierenden gegenüber der, in politischer Öffentlichkeit dominierenden Betrachtungsweise, die diese Probleme allein durch technische Modernisierung zu lösen versuche. Im Gegensatz dazu verfolgte das Seminar eine ganzheitliche Herangehensweise, welche die gesellschaftlichen Verhältnisse von Produktion und Konsum ebenso in den Blick nahm, wie eine kritische Betrachtung neuer „grüner“ Technologien. Der analytische Teil von Ursachen und Folgen wurde ergänzt durch einen praktischen Teil, in dem die Begleitung einer regionalen Energiegenossenschaft im Zentrum stand. Ziel war es einen gegenseitigen Lernprozess anzustoßen, indem die Studierenden ewas über die Herausforderungen im Implementierungsprozess erneurbarer Energien erfuhren und gleichzeitig den engagierten Bürgern* mit ihrem Wissen und v.a., mit einem interessierten und kritischen Blick „von außen“, unterstützende Anregungen zu geben. Im Hintergrund stand die Erkenntnis, dass die globale Klima- und Energiefrage ebenso ein Teil der globalen sozialen Frage ist. Demnach sei es notwendig, dass Lösungswege die Aspekte Demokratie und soziale Gerechtigkeit explizit mit einbeziehen. In der Debatte um Solidarische Ökonomie –  die auch Genossenschaften miteinschließt – wird dieser Zusammenhang thematisiert.

Genesis im besetzen Hörsaal

Für den universitären Kontext ungewöhnlich war nicht nur der selbstorganisierte Charakter des Seminars sondern auch der Entstehungskontext. Im November 2009 ballten sich gleich zwei große Protestereignisse. Während viele tausend Menschen anlässlich des UN-Klimagipfels COP 15 auf den Straßen von Kopenhagen gegen die Klimapolitik der Industriestaaten protestierten, hielten europaweit Studierende Universitätsräume besetzt und bäumten sich massenhaft gegen die Bologna-Reformen auf. Auch in Kassel verteidigten die BesetzerInnen mit viel Einsatz ihren Freiraum, organisierten Vorträge und Workshops, diskutierten und arbeiteten fieberhaft an ihrer Resolution. In dieser aufgewühlten Stimmung, gespeist aus diesen unterschiedlichen sozialen Kämpfen, entstand die Idee zu dem Seminar.

Nischen erkämpfen

Erfreulich ist die Tatsache, dass das Thema mittlerweile Eingang in den regulären Veranstaltungsbetrieb der Universität gefunden hat. In diesem Semester begleitet wieder ein Seminar, hauptsächlich bestehend aus Studierenden der Fachbereiche Gesellschafts- und Wirtschaftswissenschaften, eine regionale Energiegenossenschaft. Hoffnungen für eine zukünftige interdisziplinäre Kooperation im Feld partizipativer Energieversorgung zwischen den Gesellschaftswissenschaften und dem Studiengang Umweltingenieurwesen erscheinen nicht unbegründet.

Der Projektbericht kann hier heruntergeladen werden.

Unsere Schwester im Süden: krisu lädt zur winter school „Solidarische Ökonomie“ nach Kärnten

Nicht nur in Kassel, sondern auch Andernorts wurden im Zuge der Bildungsproteste 2009 Räume für ein selbstbestimmtes, solidarisches und kooperatives Lernen und Leben geöffnet. Unsere kleine Schwester, die krisu (Kritische und Solidarische Uni Wien) wurde ein halbes Jahr nach uns geboren.  Seit dem ist viel passiert. In beiden Projekten beschäftigen sich Menschen mit der Suche nach Wegen, die uns ein Sück näher an die Überwindung der Warengesellschaft führen. Ein sporadischer Austausch zwischen Aktivist_innen und Forscher_innen beider Projekte zum Themenfeld „Solidarische Ökonomie“ besteht bereits und wartet darauf ausgebaut zu werden. Deshalb veröffentlichen wir an dieser Stelle die Einladung zur winter school „Solidarische Ökonomie“ (25.-27.02.2011 in Villach/ Österreich).

Immer mehr Menschen interessieren sich für ein Wirtschaften, das auf Gleichheit, Partizipation und Solidarität beruht, das die Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellt und dem Profitstreben eine Absage erteilt. Vielfältige Beispiele – von Gemeinschaftsgärten über Transition Towns bis hin zu Kooperativen und besetzten Betrieben – zeigen: “Ökonomien von unten” bieten eine Alternative zu Staatsplanung und Kapitalverwertung. Es ist jedoch noch viel zu tun, um Solidarische Ökonomie zu einer tragfähigen Perspektive zum Kapitalismus und seiner Krise zu entwickeln.

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Vortrag: Gentechnikkritik Basics

Ein Vortrag von:
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Warum Gentechnik nicht gegen Welthunger hilft.
Was für Umweltauswirkungen die Gentechnik hat.
Was Agrarmultis, wie Monsanto, damit meinen „den gesamten Lebensmittelmarkt
kontrollieren zu wollen“.
Was Percy Schmeiser in seinem Kampf erreicht hat?
Wie war das noch mal mit dem Auskreuzungen...
 und den Gesundheitsrisiken?

Freitag, 16.April um 19:15 in der Nora-Platiel-Str. 6, Raum 0211

Unterstützt von der KUK und der RAL

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Mehr als Bildung?! Beiträge (Kritischer) Universitäten zu einer Kooperativen und Nachhaltigen Ökonomie

EinladungIn den seit Monaten dauernden Protesten setzen sich europaweit Studierende für freie Bildung für alle ein.

In Wien starten engagierte Universitäts-angehörige, Angestellte aus verschiedenen Branchen und Studierende das Projekt „Kritische und Solidarische Universität – ein Freiraum für Solidarität (KriSU)“. Hier soll kritisches Forschen, befreiendes Lernen und solidarische Praxis erprobt und in die Gesellschaft hineingetragen werden.
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