Rede auf dem Iranischen Studententag

Anlässlich des 10. Iranischen Studententages am 09.11.2009 wurde die KUK eingeladen, auf einer Versammlung vor der Uni-Bibliothek (Standort Holländischer Platz) zur Erinnerung an die getöteten Studierenden im Iran zu sprechen. Organisiert wurde die Versammlung von iranischen Studierenden aus Kassel.

Hier die Rede:

Was soll man angesichts solcher Bilder wie aus dem Iran sagen? Angesichts solcher Repression? Solcher Verletzungen? Solcher Morde?
Unser Mitgefühl und unsere Trauer, unsere volle Solidarität gilt nicht Mussawi, nicht Karubi, gilt nicht Khatami, gilt nicht Rafsandschani.
Sie gilt den Menschen im Iran.
Den Studendierenden, die zu Tode geprügelt wurden und ihren Angehörigen.
Den Verhafteten.
Den Ermordeten.
Den verprügelten Demonstrantinnen und Demonstranten.
Den Leuten, die trotz aller Gefahr und Repression immer noch Widerstand organisieren und leisten. Den Arbeiterinnen und Arbeitern, die sich in Gewerkschaften organisieren und dafür verhaftet und gefoltert werden.
Den Menschen, die trotz Verbot, trotz Revolutionsgarden und trotz Basidsch-Milizen immer noch auf die Straße gehen und ihre Rechte einfordern.
Und auch wenn im Moment selbst Bundesregierung und Bildzeitung aufschreien, vergessen wir doch niemals: Das Blut der iranischen Frauen und Männer klebt auch an ihren Händen.
Deutsche Firmen machen munter Geschäfte mit den korrupten Eliten des Regimes und werden dabei von der Regierung unterstützt. Bei der iranischen Bevölkerung kommt von den Profiten daraus natürlich nichts an, im Gegenteil wird sie eher ärmer.
Deutsche Betriebe lieferten die Elektroschocker für die Folterknäste und die Uranzentrifugen.
Die Internetzensur, mit der das Regime zurzeit versucht, den Protest zu behindern, wurde größtenteils von der Firma Siemens entwickelt.
Und und und.
Wir schicken all unsere Kraft an die Menschen im Iran, und an unsere Kommilitoninnen und Kommilitonen aus dem Iran die hier bei uns stehen. Wir stehen hier mit euch zusammen.
Und schreien es dem Regime ins Gesicht:
Nieder mit der Diktatur – Für Solidarität und Meinungsfreiheit!